Meerbusch: Integrationsrat setzt auf Info-Veranstaltungen für Flüchtlinge.

Meerbusch : Integrationsrat setzt auf Info-Veranstaltungen für Flüchtlinge.

Der Meerbuscher Integrationsrat möchte Flüchtlinge stärker in die Politik einbeziehen - nur das "Wie" ist nicht klar. In seiner jüngsten Sitzung diskutierten die Mitglieder des Integrationsrats erneut darüber.

Ergebnis: Die Parteien überlegen, offene Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund anzubieten. Auf eine gemeinsame Veranstaltung konnten sich die Mitglieder nicht einigen, da unklar blieb, wer eine solche organisieren würde. Ausschuss-Vorsitzende Ingrid Maas kündigte für die Grünen an, dass ihre Partei für den Sommer bereits einen Info-Tag geplant habe. "Am liebsten wäre mir, wenn sich alle Parteien für einen Schnupper-Abend entscheiden würden."

Wichtig sei, überhaupt erst einmal über Demokratie und politische Arbeit in einer Demokratie aufzuklären, sagte Maas. "Wir müssen erläutern, was wir konkret vor Ort machen und wie Parteien auf lokaler Ebene funktionieren", so Maas. "Grüne gibt es zum Beispiel in vielen Ländern gar nicht."

Die Vertreter von CDU, FDP und SPD kündigten an, eine mögliche Informations-Veranstaltung zunächst in ihren eigenen Parteigremien zu besprechen. "Wir machen es einfach", hielt Maas für die Grünen dagegen. "Es ist ja unproblematisch, mal ein paar Kaffeetassen auf den Tisch zu stellen." Hans Günter Focken (SPD) glaubt, dass sich geflüchtete Jugendliche mit 18 Jahren oder älter "nicht die Bohne" für Politik interessierten. "Sie wissen nicht, wie eine Demokratie funktioniert."

Daher müsse man niederschwellig ansetzen und zunächst das erklären, was in den Integrationskursen zu kurz komme: Was ist eine Demokratie, wie wählt man frei, wie lebt man in Deutschland? Katja Schulz (FDP) betonte indes, dass das Interesse durchaus vorhanden sei, wenn etwa ein Pate an das Thema heranführe. "Aber wer geflüchtet ist, für den hat erst einmal das Ankommen Priorität."

Bis politisches Interesse entstehe, dauere es meist eine Weile. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass nicht nur Flüchtlinge, sondern generell Menschen mit ausländischer Herkunft oft nicht wüssten, welche Partei wofür stehe. "Wir müssen den Menschen vor Ort einfach besser erklären, wofür wir in der Parteienlandschaft stehen und was wir machen."

Das betreffe nicht allein den Integrationsrat, sondern alle Ratsfraktionen. Langfristig sei es wichtig, Menschen mit Migrationshintergrund auch für den Integrationsrat zu interessieren. Aktuell ist nur ein Mitglied türkischer Abstammung, das soll sich ändern.

(RP)