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In Meerbusch sind nicht alle Flüchtlingsunterkünfte voll belegt

Von 600 Plätzen sind 427 belegt : Flüchtlingssituation in Meerbusch entspannt sich weiter

Nicht alle Plätze in den Unterkünften sind belegt. Integrationsrat diskutiert aktuelle Zahlen in seiner Sitzung am Dienstag in Osterath.

Wenn sich morgen zum ersten Mal im neuen Jahr der Integrationsrat trifft (17 Uhr, Bommershöferweg in Osterath), geht es vor allem um die aktuelle Situation der Flüchtlinge, die in Meerbusch leben.

Und genau diese Situation entspannt sich immer weiter, wie Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage in einem Gespräch mit unserer Redaktion klar macht. So gibt es in der gesamten Stadt sechs Standorte, an denen Flüchtlinge untergebracht sind. 600 Plätze stünden theoretisch zur Verfügung, 427 seien aber nur belegt. Die sechs Standorte teilen sich auf in städtische Unterkünfte sowie 59 Plätze in Privatwohnungen. Die größte Unterkunft ist nach wie vor die mit den mobilen Heimen am Hülsenbusch in Büderich, dort könnten 190 Flüchtlinge leben, 130 sind zurzeit dort. An der Fröbelstraße in der früheren Barbara-Gerretz-Schule ist Platz für 150 Flüchtlinge, 100 leben im Moment dort. Am Heidbergdamm in Lank wäre Platz für 120 Männer und Frauen, 87 Plätze sind belegt. Ähnlich sieht es an der Cranachstraße aus: Dort wäre Platz für 120 Flüchtlinge, 77 aber wohnen dort. In Wohnungen an der Strümper Straße sind alle 24 Plätze belegt, in Bösinghoven sieben von 28 Plätzen.

Das Jahr mit den meisten Zuweisungen war 2016, da wurden 293 Flüchtlinge zugewiesen. Im Moment beziehen 337 Personen Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz, 66 haben eine gute Bleibeperspektive, 54 kommen aus sicheren Herkunftsländern. Flüchtlinge aus diesen sicheren Herkunftsländern sollten eigentlich nicht mehr den Kommunen zugewiesen werden, sondern in landeseigenen Einrichtungen untergebracht und von dort aus nach Hause geschickt werden, wünscht sich die Bürgermeisterin. „Wir in Meerbusch haben kaum Rückführungen.“ Die geduldeten Flüchtlinge seien oft schon Jahre in der Stadt. Sie bekommen keine staatlichen Zuschüsse, aber Leistungen aus dem städtischen Etat. 149 Meerbuscher Flüchtlinge erhalten so Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II.

Nach wie vor, so die Verwaltungschefin, gebe es kaum Probleme in Unterkünften. „Wir haben ja meistens Familien aufgenommen, darum haben wir wenig Auseinandersetzungen.“ Und ebenso beständig sei auch das ehrenamtliche Engagement vieler Meerbuscher Helfer, allen voran der Verein Meerbusch hilft und die Flüchtlingshilfe Büderich.

Rückblickend ist Mielke-Westerlage froh, nicht in teure Leichtbauhallen als Unterkünfte investiert zu haben. „In anderen Kommunen stehen diese Hallen leer.“