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In Meerbusch-Osterath hat das Ehepaar Jentjens ein Paradies erschaffen

Gartenkunst in Meerbusch : Grüne Oase unter Mammutbäumen

Tag der Offenen Gartenpforte in Jentjens Gartenpark: Viele Besucher staunten, was aus einem Auskiesungsgelände werden kann. Und die Gastgeber freuten sich, dass die Gäste trotz einiger Corona-Beschränkungen so begeistert waren.

Ein wahres Paradies haben Vera und Jupp Jentjens aus einem Areal gemacht, wo früher gewerblich ausgekiest wurde. Bei der Offenen Gartenpforte konnten sich Besucher in dem großen Parkgelände am Ortsausgang von Osterath Anregungen für den eigenen Garten abgucken oder sich einfach an Natur und Ambiente erfreuen.

Entspannung pur in einer grünen Oase: Den Grundstock des rund 4,5 Hektar großen Geländes bildet ein alter Baumbestand aus Mammutbäumen, Eschen, Zedern, Weißbirken, Eichen und vielen mehr. Denn das 1970 geschlossene Betonwerk Schmitz verfüllte sukzessive die Auskiesungsflächen und renaturierte das Areal mit Bäumen. Jedoch: „Unter der dünnen Erdschicht ist Beton. Da ist es schwierig, etwas Schönes zu pflanzen“, erklärt Vera Jentjens, die das Gelände vor sieben Jahren übernahm.

Die Eheleute Jentjens haben mit viel Liebe zum Detail eine grüne Oase erschaffen. Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Die Gartenfachfrau hat daher rund um die Bäume Hügel modelliert, die mit Farn und Storchenschnabel bepflanzt sind. Dazu hat sie ausgefallene Bäume gesetzt, wie den Lederhülsenbaum, Hängebuchen oder den Teufelskrückstock. Der Taschentuchbaum lockt mit großen weißen Blättern. Dazwischen liegen malerisch morsche Baumstämme, summen Bienen rund um ihre Beuten und ranken sich Rosen empor. Zum Tag der Offenen Gartenpforte wurde ein Weg markiert, so dass die Besucher ganz entspannt und ohne sich auf die Füße zu treten durch den Park spazieren konnten.

Wie das Ehepaar Uhlig, Mitglied im Verein „Staudenfreunde“, das den Ausflug von Düsseldorf nach Meerbusch sehr genoss. Für Annemarie und Matthias Velmans war die Offene Gartenpforte gar der Einstieg in den Urlaub, denn später ging es an die Mosel. „Es ist toll, was die Familie Jentjens hier geschaffen hat“, lobten sie. Nachdem sie in der Zeitung von dem Event gelesen hätten, seien sie neugierig geworden - und nun total begeistert. Neben dem waldähnlichen Parkgelände gibt es nämlich noch weitere Gartenbereiche, etwa den Naschgarten, blühende Areale und einen Hügel, der sich zu einem kleinen See öffnet. Hier haben sich zwei Freundinnen auf Bänken niedergelassen und genießen entspannt die Sonne. Im Hintergrund summt und brummt es auf duftenden Lavendelbüscheln. Auf dem See dümpelt ein Tretboot in Gestalt eines Schwans. Am Ufer stehen zwei alte Ölfässer, in denen Sukkulenten und Kakteen wachsen. Auf dem Rand einer Schale, die mit fleischfressenden Pflanzen gefüllt ist, sitzt eine Meerjungfrau. Stilsicher hat Vera Jentjens die Natur mit schönen Deko-Artikeln ergänzt. Im neu angelegten Naschgarten können die Besucher Beete mit Obst und Gemüse sehen. Da ranken sich Himbeeren, wuchern Zucchinipflanzen mit großen gelben Blüten und blühen Erdbeerpflanzen. Ein Hochbeet verhindert, dass man einen krummen Rücken bekommt. Dies alles ist sicherlich nur mit viel Arbeit und einem grünen Daumen zu verwirklichen. Auf die Frage, wieviel Arbeit konkret, lächelt Vera Jentjens nur vielsagend.

In Nicht-Corona-Zeiten finden auf dem Gelände auch Aktivitäten statt - wie Waldkindertage für Kitas oder Gruppenführungen. In diesem Jahr ist nicht einmal Gastronomie erlaubt und müssen die Toiletten geschlossen bleiben. „Vom müßigen Spaziergänger über den Gartenliebhaber bis zum Fachmann findet hier jeder, was er sucht“, sagt Jentjens, die den ganzen Tag über mit den Gästen plaudert und Tipps gibt.