In Meerbusch kann man auch im Januar auf den Golfplatz gehen

Sport in Meerbusch : Im Januar auf dem Golfplatz

Der Golfpark Meerbusch ist einer der wenigen Clubs in der Region, in denen man nahezu den gesamten Winter über auf den Sommergrüns spielen kann. Die Sportler müssen allerdings einige Dinge beachten. Ein Besuch auf der Anlage.

Das Jahr ist erst wenige Tage alt; ein ungemütlicher Vormittag in Büderich. Es regnet in einer Tour, dazu weht ein leichter, kühler Wind. Alles andere als optimale Bedingungen, um Golf zu spielen. Nur vereinzelt haben sich Mitglieder im Golfpark Meerbusch auf den Weg gemacht, um eine Runde zu spielen. „Bei diesem Wetter ist der Andrang natürlich nicht sehr groß“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Lindenbuß. „Doch wenn die Sonne herauskommt, sieht es sofort anders aus.“

Der Golfpark in Büderich ist einer der wenigen Clubs in der Region, der seinen Mitgliedern und auch Gastspielern ermöglicht, den gesamten Winter über auf den gewohnten Sommergrüns zu spielen. In vielen anderen Vereinen müssen die Mitglieder auf deutlich verkürzte Bahnen mit Wintergrüns ausweichen, was den Spaßfaktor erheblich einschränkt. „Damit haben wir hier in der Region ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Lindenbuß stolz.

Rund zehn Prozent der aktuell 840 Mitglieder kommen auch in der kalten Jahreszeit auf die Anlage. Ältere oder gehandicapte Menschen, die auf ein Golfcart angewiesen sind, müssen in diesen Tagen jedoch auf ihre Leidenschaft verzichten, weil diese Fahrzeuge zu große Schäden verursachen. Alle übrigen Spieler werden gebeten, ihre Trolleys zu Hause zu lassen und stattdessen nur ein Handvoll Schläger in eine Tasche zu packen. „Dadurch wird der Untergrund gleichmäßiger belastet, weil man mit einer Tasche auf der Schulter nicht immer die gleichen Wege nutzen muss“, erklärt Head-Greenkeeper Kai Thiesen.

Auf ihn und sein achtköpfiges Team kommen im Winter etwas andere Aufgaben zu als im Sommer. Die Beseitigung von Löchern und anderen Schäden stehen jetzt im Vordergrund. Während in den Sommermonaten die Grüns vier- bis sechsmal die Woche geschnitten werden müssen, um den Spielern optimale Bedingungen zu bieten, blieben die Rasenmäher momentan in der Garage. „Es wäre fatal, im Winter den Rasen zu mähen, denn der offene Schnitt an den Halmen würde einen idealen Nährboden für Pilze und andere Krankheiten bieten“, sagt Thiesen.

Er ist bereits seit einem knappen Vierteljahrhundert als Greenkeeper tätig und seit zehn Jahren im Golfpark beschäftigt. In dieser Zeit hat sich viel getan. „Früher gab es viel häufiger Schnee, dann war die Anlage tage- oder sogar wochenlang geschlossen. Das Klima ist inzwischen viel milder geworden, weswegen wir viel häufiger geöffnet haben.“

Den Platz komplett sperren? Das muss er jetzt nur noch an wenigen Tagen. Immer dann, wenn es Bodenfrost oder Raureif gibt. „Raureif kann schon bei niedrigen Temperaturen knapp über null Grad Celsius entstehen“, erklärt Thiesen. Raureif sei nichts weiter als kleine Eiskristalle. Diese seien jedoch scharfkantig und können die Gräser beschädigen, wenn diese betreten werden. „Hierbei wird die äußere Schicht des Blattes verletzt, und sie kann sich dann nicht wieder regenerieren“, erklärt Thiesen.

Zu ehrgeizige Sportler sollten im Winter womöglich besser auf das Golfspielen verzichten. Denn bei weiten Abschlägen fliegt der Ball auf Grund der kühleren Temperaturen nicht so weit wie gewohnt, zudem rollt das Spielgerät auf dem nassen Boden wesentlich kürzer und wegen des höheren und unebeneren Rasens ist das Putten ebenfalls deutlich schwieriger. Exzellente Resultate sind somit ausgeschlossen. „In dieser Jahreszeit spielt man nicht deshalb Golf, um gute Ergebnisse zu erzielen, sondern einfach, um an der frischen Luft zu sein und im Rhythmus zu bleiben. Nur wer das verstanden hat, wird im Winter Freude am Golfen haben“, erklärt Lindenbuß.

Die Vorbereitungen für die neue Sommersaison beginnen für die Greenkeeper des Golfparks Meerbuschs im März, Anfang April steigt dann bereits das erste Turnier. Erst dann geht auch Bernhard Lindenbuß selbst wieder auf den Platz. „Mir ist es derzeit zu matschig. Ich spiele erst wieder, wenn das Wetter besser ist.“