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In Meerbusch enden und beginnen zwei Trassenkorridore für Stromleitungen

Stromleitungen in Meerbusch : Trassenkorridore im Raum Osterath stehen seit Montag fest

Die Stadt Meerbusch kritisiert die „merkwürdige Informationspolitik“ des Netzbetreibers Amprion. Die Genehmigung für den geplanten Bau des Konverters in Osterath steht noch aus.

Die Bundesnetzagentur hat am Montag die Trassenkorridore für die Stromleitungen Ultranet und A-Nord festgelegt. Beide Vorhaben bilden den sogenannten Korridor A und beginnen bzw. enden in Osterath. Für die Stromleitung A-Nord legte die Bundesnetzagentur einen rund 102 Kilometer langen Trassenkorridor fest. Dieser beginnt bei Borken und endet in Osterath. Der festgelegte rund 30 Kilometer lange Abschnitt für die Stromleitung Ultranet geht von Osterath bis Rommerskirchen.

Die Verwaltung der Stadt Meerbusch zeigte sich am Montag überrascht über die öffentliche Bekanntmachung der Trassenkorridore für Pressevertreter. Dass eine Entscheidung der Bundesnetzagentur anstehe, sei bekannt gewesen. Der Justiziar der Stadt Meerbusch, Marc Saturra, sagt jedoch: „Die Informationspolitik des Netzbetreibers Amprion ist merkwürdig: Zuerst wird die Presse informiert und dann die Kommunen.“ Denn die Vertreter öffentlicher Belange sind erst am Dienstag (8.6.) von Amprion zu einer Videokonferenz zur Stromleitung A-Nord eingeladen. Die Information zum Trassenkorridor für die Stromleitung Ultranet habe man am Montag per Mail erhalten, dazu sei von Amprion keine weitere Info-Veranstaltung geplant.

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„Grundsätzlich war der Verlauf der Trassen klar“, sagt ein Stadtsprecher. Beide enden bzw. beginnen in Osterath. Genau dagegen richtet sich auch die Klage der Stadt Meerbusch. „Die Verfassungsbeschwerde richtet sich gegen die Festlegung von Osterath als Netzverknüpfungspunkt.“ Begründet wurde sie von Anfang an auch damit, dass der gesetzte „Zwangspunkt“ eine ergebnisoffene Prüfung von räumlichen Alternativen für die Verknüpfung von A-Nord und Ultranet von Beginn an nicht zugelassen habe. „Dadurch kam es auch nicht zu einer Abwägung der gegensätzlichen Interessen“, sagt der Sprecher. Eine rechtsstaatliche Planung müsse aber auch immer Alternativen ins Blickfeld nehmen. Das Ergebnis der Verfassungsbeschwerde steht noch aus. Ebenso die Entscheidung zum Bau des geplanten Konverters in Osterath. Über die Baugenehmigung entscheidet der Rhein-Kreis Neuss. Erst wenn der Bau genehmigt ist, kann die Anbindung vom Konverter zur Umspannanlage Osterath geplant werden. Dafür müssten zwei weitere Masten errichtet werden, sagt eine Amprion-Projektsprecherin.

Amprion hat die Unterlagen für den Antrag auf Planfeststellung bereits vorbereitet und wird diesen bald einreichen. Im Planfeststellungsverfahren wird der genaue Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors festgelegt. Dazu soll es eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Künftig soll über die Gleichstromverbindungen A-Nord und Ultranet Windenergie vom Norden in die Mitte und den Süden Deutschlands transportiert werden. A-Nord verläuft von Emden nach Osterath. Die Stromleitung wird als Erdkabel realisiert. Bei dem Freileitungsvorhaben Ultranet – dafür werden bestehende Freileitungen genutzt – handelt es sich um den südlichen Teil dieses Korridors. Diese Leitung verläuft von Osterath nach Philippsburg. Um die Gleichstromverbindung in das Wechselstromnetz einzubinden, sind Konverter an den Endpunkten notwendig. Sie wandeln Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt. Bürger, Politik und Verwaltung in Meerbusch kämpfen seit Jahren gegen den geplanten Konverter-Standort Osterath.