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Meerbusch: In gut zwei Monaten rollen die Bagger an

Meerbusch : In gut zwei Monaten rollen die Bagger an

Innerhalb der nächsten sieben Jahre soll aus der Böhlersiedlung im Büdericher Süden das neue "Rhein-Eck" werden. Dafür investiert der Eigentümer GWH rund 20 Millionen Euro in neue Wohnungen, Begrünung und die Infrastruktur

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die alte Böhlersiedlung nicht mehr wiederzuerkennen sein - das verspricht Stefan Bürger, Geschäftsführer der GWH Wohnungsgesellschaft, die die Wohnsiedlung übernommen hat und unter der Bezeichnung "Rhein-Eck Meerbusch" führt. In sieben Jahren soll die Siedlung im Büdericher Süden komplett umgestaltet werden: Zusätzlicher Wohnraum mit modernen Häuserfassaden, üppige Grünanlagen, zentrale Müll-Sammelplätze und ein dichtes Wegenetz, das die gesamte Siedlung verbindet - damit soll das neue "Rhein-Eck" zum attraktiven Wohnort werden. Kosten für das gesamte Projekt: rund 20 Millionen Euro. "Die Aufrüstung erfolgt schrittweise innerhalb der nächsten Jahre", sagt Bürger. Er verspricht: "Die neue Siedlung wird bunt und modern." Das Konzept dafür sei nun ausgearbeitet. Bereits in diesem Jahr sollen die ersten Bagger rollen.

 Für 2,3 Millionen Euro wird am Laacher Weg eine neue, zweigeschossige Kita entstehen.
Für 2,3 Millionen Euro wird am Laacher Weg eine neue, zweigeschossige Kita entstehen. Foto: GWH

Derzeit gibt es in der Böhlersiedlung 92 Wohnhäuser mit insgesamt 2100 Bewohnern. Die Kapazität soll deutlich vergrößert werden. Die Zielgruppe: junge Familien. Insgesamt 76 neue Wohnungen sollen durch sogenannte Ergänzungsbebauung auf dem Gelände untergebracht werden - allesamt mit moderner Architektur. Der Beginn der Bauarbeiten ist für den 1. November veranschlagt. Allein die neuen Wohnungen schlagen mit rund 17 Millionen Euro zu Buche.

 Im künftigen Gartenhof "Giro Vitale" soll es Angebote für Jung und Alt geben.
Im künftigen Gartenhof "Giro Vitale" soll es Angebote für Jung und Alt geben. Foto: GWH

"Aber auch die bereits bestehende Wohnbebauung wird erneuert", sagt Stefan Bürger. "Die Fassaden und Eingangsbereiche der Häuser werden umfangreich saniert und farblich neu gestaltet." Fahrradständer, Bänke, Rosenspaliere und neu verlegtes Pflaster runden das Erscheinungsbild ab. Die Verschönerungsarbeiten sind bereits in vollem Gange.

 Kein Spielplatz am Frankenweg, sondern mehrere "Spielblätter" sind geplant. Eines könnte einen Niedrigseilgarten erhalten, ein anderes beispielsweise eine Kleinkinderrutsche. Insgesamt sollen in der Siedlung 40 "Spielblätter" entstehen.
Kein Spielplatz am Frankenweg, sondern mehrere "Spielblätter" sind geplant. Eines könnte einen Niedrigseilgarten erhalten, ein anderes beispielsweise eine Kleinkinderrutsche. Insgesamt sollen in der Siedlung 40 "Spielblätter" entstehen. Foto: GWH

Infrastruktur Das "Rhein-Eck" soll übersichtlich, jeder Abschnitt leicht zugänglich sein. Ein dichtes Wegenetz, in dem die Haupt- und Nebenwege durch unterschiedliches Pflaster optisch sichtbar gemacht werden, soll die gesamte Siedlung umfassen und seinen Einwohnern die Orientierung erleichtern. Außerdem sollen alle Wege für Senioren und Behinderte ebenerdig und somit barrierefrei angelegt werden. Parken können die Bewohner auf den bereits vorhandenen sowie zusätzlichen Stellplätzen, Parkdecks sowie neuen überdachten Carports. Ab 1. September rollen die Bagger an. Die Zahl der Parkplätze soll von aktuell rund 830 auf 1050 Stellplätze steigen. Auch die Müllentsorgung soll übersichtlicher organisiert werden. Anstelle willkürlich herumstehender Tonnen und Abfalleimer wird es zentrale "Müllstationen" hinter entsprechend markierten Paravents geben. Beleuchtet wird das "Rhein-Eck" mit modernen energieeffizienten LED-Lampen. Die Stärke des meist sehr hellen Lichtes soll je nach Standort - entweder an den Haupt- oder Nebenwegen oder nahe der Wohnhäuser - unterschiedlich justiert werden.

Ein Schwerpunkt für das zukünftige Erscheinungsbild der Wohnsiedlung ist die Begrünung. In Das grüne "Parkband", also die Kombination des dichten Wegenetzes mit der Natur, schlängelt sich an Zierkirschen, verschiedenen Pflanzen und Beeten sowie Spielrasen für Kinder vorbei. Keine Spielplätze, sondern insgesamt 40 "Spielblätter" sollen den Kindern zum Austoben zur Verfügung stehen. Bei diesen Feldern handelt es sich um kleine Plätze mit unterschiedlichen Spielgeräten, allesamt angelegt in runder Blattoptik. "Eine schöne Idee", meint Bürger. "Wie das Laub von den Bäumen fallen diese 40 Blätter auf die Siedlung herab." Ein weiterer Hingucker gerade für Kinder: das kluge Regenwasser, dessen Lauf durch Versickerung und freilaufende Schächte sichtbar gemacht werden könnte.

Die Natur-Optik hat ihren Preis: Rund drei Millionen Euro wird der gesamte Außenbereich kosten.

Im Zentrum des Wohnquartiers liegt der Böhlerhof, ein Abschnitt, der unter städtischer Verwaltung steht. "Derzeit verhandeln wir mit der Stadt über die zukünftige Nutzung der Fläche", sagt Bürger. "Da müssen wir weiterkommen denn sonst liegt die Fläche brach. Deshalb werden wir versuchen einen städtebaulichen Vertrag zu schließen." Ein Konzept hat die GWH trotzdem schon parat: Nutzungsmischung ist das Stichwort. Der Böhlerhof soll einerseits als Aufenthaltsort und Treffpunkt für die Bewohner dienen, andererseits aber auch eine Parkmöglichkeit sein. "Die Parkplätze werden nicht eingezäunt, sondern durch natürliche Begrenzungen, beispielsweise Hecken oder Grünstreifen eingeteilt", erklärt Bürger. Dieses zusätzliche Projekt würde zwischen 300 000 Euro und 600 000 Euro kosten, sein jedoch abhängig von der Zustimmung der Verwaltung.

(RP)