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Meerbusch: In Büderich verwurzelt

Meerbusch : In Büderich verwurzelt

Almuth Berghs (43) genießt Vertrauen und Sympathie. Wer mit der Apothekerin aus Büderich einen Kaffee an der Dorfstraße trinken geht, muss sich nicht wundern, wenn jeder zweite Passant ein freundliches "Hallo Frau Berghs" herüberruft. Vor elf Jahren hat sie die Mauritius-Apotheke von ihrer Mutter übernommen. "Für mich war immer klar, dass ich das Geschäft übernehmen werde", sagt Berghs, die noch in der inzwischen geschlossenen Geburtsklinik in Büderich geboren wurde. "Meine Mutter hat damals die Apotheke kurzerhand geschlossen und ist mit mir in die Klinik gefahren", erzählt sie den Beginn ihrer Geschichte.

Die Verwurzelung im Stadtteil zahlt sich noch heute aus. "Die Menschen schätzen die persönliche Verbundenheit, den Kontakt", sagt die rührige Frau, die zwölf Mitarbeiterinnen in der Apotheke beschäftigt.

"Die Apotheke ist ein idealer Arbeitsplatz für Frauen", sagt Berghs und weiß, wovon sie redet. Sie hat selbst zwei Kinder und ermöglicht ihren Mitarbeiterinnen, in Teilzeit zu arbeiten, wenn es sein muss auszusetzen, aber eben auch wiederzukommen. "Damit habe ich ein zuverlässiges Team", sagt Berghs, die die Auseinandersetzung nicht sucht, aber dennoch klare Worte sprechen kann. "So funktioniert es gut in unserem Frauenteam", sagt sie. Und sie ist sicher: "Der Laden läuft auch, wenn ich nicht da bin."

Mit 30 Stunden Arbeit in der Woche kann die 43-Jährige Beruf und Familie gut vereinbaren. "Das ist ein Glücksfall", sagt sie. Denn in Deutschland sei dieses Modell noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie wünscht sich deshalb mehr Toleranz gegenüber Frauen, die sich dafür entscheiden, zu arbeiten. "Es hängt viel von den Möglichkeiten der Kinderbetreuung ab", sagt sie und verweist auf das Beispiel Frankreich, wo dieses Problem ganz selbstverständlich gelöst würde. Berghs selbst kann auf ein Netzwerk aus Müttern und Familie zurückgreifen. "Ohne geht es nicht", weiß sie. Denn sie ist im Job gefordert. "Ich will nicht klagen", sagt sie. "Aber die Zeiten sind einfach druckvoller geworden", sagt sie. Ständiges Weiterbilden ist gefordert. Sie setzt im Moment auf Homöopathie. "Das ist besonders bei jungen Müttern gefragt", weiß sie und bildet sich gemeinsam mit einigen Mitarbeiterinnen weiter.

  • (Symbolbild)
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Unterstützt wird sie bei ihrem Engagement von Mann und Familie. "Das ist hilfreich", findet die Fachfrau, die in der Apotheke groß geworden ist. "Meine Mutter konnte es sich noch leisten, die Kinder mit ins Geschäft zu nehmen", sagt sie. Heute sei das so nicht unbedingt möglich. Die Kunden fordern Aufmerksamkeit. Und die gibt sie gern. Beratung wird bei Berghs groß geschrieben. "Dabei wollen wir nicht um jeden Preis verkaufen, sondern raten auch schon einmal vom Kauf eines Medikaments ab oder prüfen, ob das Gewünschte nicht schon vorhanden ist."

Das schaffe Vertrauen. Davon genießt Berghs, die sich für lokale Einrichtungen ebenso wie für die Ziele der Soroptimist Meerbusch einsetzt, ausreichend. Privat wohnt sie in Strümp.

(RP)