In Büderich am Landsknecht kommt es immer wieder zu Verkehrsproblemen.

Bürgermonitor : Verkehrsprobleme am Landsknecht

Der Bereich „Am Landsknecht“ zählt zu den unübersichtlicheren Straßenabschnitten in Büderich. Besonders während des Berufsverkehrs wird es auch mal chaotisch, dann sind besonders viele Autos, Fußgänger und Radfahrer unterwegs.

Am Bahnübergang Landsknecht ist viel los – besonders zu den Stoßzeiten während des Berufsverkehrs. Einige Verkehrsteilnehmer nehmen es in der Eile mit den Regeln nicht ganz so genau: Fahrradfahrer, die Autos die Vorfahrt nehmen; Autofahrer, die nicht am Fußgängerüberweg halten; und Fußgänger, die trotz geschlossener Schranke den Bahnübergang überqueren.

Neun Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich so auf der Dorfstraße und der Niederlöricker Straße zwischen 2013 und 2018. Im vergangenen Jahr erlag schließlich eine 84-Jährige ihren Verletzungen, nachdem sie von einer Straßenbahn erfasst worden war. Sie hatte die Schienen trotz heruntergelassener Schranken betreten.

Als „Unfallschwerpunkt nach polizeilichen Kriterien“ wird der Bahnübergang Landsknecht/Ecke Post- und Dorfstraße zwar nicht bewertet, dennoch klagen einige Anwohner über die Verkehrssituation.

„Als sehr unübersichtlich“, bezeichnet Sarah H. den Knotenpunkt. Sie wohnt seit September in der Nähe. Immer wieder gebe es Probleme am Bahnübergang – und immer wieder am Fußgängerüberweg. „Da hält keiner an dem Zebrastreifen“, meint Kioskbesitzer Ali Odun. Er führt seit 13 Jahren das Büdchen am Landsknecht, seitdem habe er zehn Unfälle am Fußgängerüberweg erlebt.

„Hier sind so viele Kinder jeden Tag unterwegs“, sagt er und schüttelt den Kopf. „Morgens ist es am schlimmsten“, findet Robert Schubert, der 500 Meter weiter die Straße hoch wohnt.

Die gerade Dorfstraße verleite viele Autofahrer zum Beschleunigen, dann – so kurz vorm Bahnübergang – wird der Fußgängerüberweg manchmal übersehen. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten geben manche kurz noch etwas Gas, um den Bahnübergang ohne Rotphase überqueren zu können, wie einige Anwohner berichten.

Die Direktion Verkehr der Polizei erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion, dass bereits Überwachungen des Fußgängerüberweges stattgefunden haben. Die Polizei weist außerdem ausdrücklich darauf hin, dass der Zebrastreifen nur für Fußgänger sei und nicht für Radfahrer. Diese nutzten die Stelle gern, um von der Postraße kommend die Dorfstraße zu überqueren. Das sei allerdings nicht erlaubt.

Ein weiteres Problem: Einige Rechtsabbieger (Richtung Postraße) ignorieren die Haltemarkierung für die Ampel: „Wenn die Ampel rot ist, müssen die Autos ja eigentlich vor dem Zebrastreifen warten“, erzählt Robert Schubert. „Autofahrer, die nach rechts in die Poststraße abbiegen wollen, ignorieren das rote Licht oft und fahren trotzdem.“ Wären geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen eine Lösung, um den Verkehr am Landsknecht zu beruhigen? „Eine Bodenschwelle würde nichts bringen“, ist sich Anwohner Schubert sicher.

Stadtsprecher Michael Gorgs verweist indes auf die Zuständigkeiten: Die Dorfstraße als Landesstraße liege nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt, sondern sei Sache des Landesbetriebs Straßenbau. Außerdem: „Die Diskussion hatten wir bereits, als auf Wunsch der Politik die Bodenwelle an der Dorfstraße/Ecke Feldstraße eingebaut werden sollte. Erlaubt hat Straßen.NRW schließlich eine Minimallösung, die nur wenig bewirkt“, sagt Gorgs.

„Mein Tipp“, so der Pressesprecher bezogen auf die Verkehrsregeln für Fußgängerüberwege: „Bester Ratgeber ist auch hier einmal mehr die Straßenverkehrsordung, Paragraf 26“. Das lerne jeder Fahrschüler vor der Führerscheinprüfung. Weiterhin sagt er: „Dass es Zeitgenossen gibt, die sich nicht darum kümmern, ist klar.“

Leidtragende bleiben weiterhin die schwächeren Verkehrsteilnehmer: die Fußgänger, darunter auch viele Kinder. Auch wenn keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen geplant sind, langfristig zielt die Stadt darauf ab, andere Fortbewegungsarten gerade für Kurzstrecken beliebter zu machen. Darum ist Meerbusch seit Sommer 2016 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundliche Städte. Für 2019 will das kommunale Netzwerk vor allem verstärkt Projekte anstoßen, die für mehr Fußgängerfreundlichkeit im öffentlichen Raum sorgen. An der Stärkung des Radverkehrs wurde bereits gearbeitet, seit dem Beitritt vor zwei Jahren. Das Ziel: Mehr Bürger lassen das Auto für Strecken bis ein Kilometer in der Garage.

Auch Robert Schubert fährt kürzere Strecken mit dem Fahrrad. „Wenn ich zum Bäcker oder Metzger gehe, muss ich nicht mit dem Auto fahren – das wird in der kurzen Zeit doch noch nicht einmal warm“, erzählt er und radelt mit Brötchentüte davon.

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