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Meerbusch: Imagefilm für Meerbusch

Meerbusch : Imagefilm für Meerbusch

Die Stadt modernisiert ihre Eigenwerbung: In Kürze schließt die Verwaltung einen Vertrag mit der schweizerischen Cityguide AG ab, die nun eine Handy-Applikation und einen Imagefilm für Meerbusch erstellen soll.

Wenn sich Russen, Chinesen oder Japaner über die Vorzüge des Rhein-Kreises Neuss informieren möchten, können sie sich einen preisgekrönten Imagefilm ansehen. Der Betrachter wird in dem Siebenminüter mit rasanten Luftaufnahmen und positiven Slogans nur so bombardiert: "mit Zuversicht und typischer Eigendynamik", "leistungsstark", "einer der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands".

Auch Meerbusch will nun seine Eigenwerbung modernisieren. In den nächsten Tagen will die Stadt das Berliner Büro der schweizerischen Cityguide AG mit der Erstellung einer Meerbuscher Handy-Applikation und eines Imagefilms beauftragen.

Zukünftig soll es für Nutzer von multimediafähigen Handys möglich sein, sich Informationen über Meerbuscher Unternehmen und Veranstaltungen direkt aufs Mobiltelefon zu holen. Mit der Cityguide AG hat Meerbusch einen Partner ins Boot geholt, der damit wirbt "Reise- und Lifestylevideos" in den "wichtigsten Städten weltweit" zu erstellen.

Auf der Homepage www.cityguide.de kann man sich die Ergebnisse ansehen: Dort werden zurzeit ein- bis zweiminütige Werbefilmchen, etwa über Unterhaltungskünstler Karl-Eugen Läberle ("Ihr Blödmann für alle Fälle") oder ein orthopädisches Schuhgeschäft in Waiblingen gezeigt.

Ein professioneller, kurzer Imagefilm für Meerbusch verspricht angesichts der höchst unterschiedlichen Eigenheiten und Interessen in den Ortsteilen eine anspruchsvolle Aufgabe zu werden.

In Lank-Latum dürfte sich eine starke Lobby finden, die auf ausführlicher Würdigung von Altem Markt, Wasserturm, Löwenburg und der Baugeschichte der St. Stephanuskirche bestehen wird. Die Büdericher werden mit Dorfstraße und Rathaus, dem Einzelhandel rund ums Deutsche Eck, Dyckhof, Haus Meer, der FCB-Erfolgsgeschichte, Festoktav, Winterwelt und Sonnenblumensonntag sowie den Rheinwiesen und ihrem neuen Deich dabei sein wollen — nicht zu vergessen die Erinnerungen an das dortige Wirken von Ewald Mataré und Joseph Beuys.

In Osterath dürfte sofort ein Streit darüber ausbrechen, ob das künftige Neubaugebiet Ostara denn mit oder ohne geplantem Frischemarkt Erwähnung finden soll. Die Stadt indes dürfte kaum einen Film ohne Schwenks über das Osterather Gewerbegebiet Mollsfeld (mit wohlwollender Erwähnung der dortigen Firmen) absegnen.

Auf keinen Fall sollte das Videoteam vergessen, die Rheingemeinden Ilverich, Langst-Kierst und Nierst nebst viel Natur und ein paar Reitern ins beste Licht zu rücken. Und die Vereine in Strümp und Ossum-Bösinghoven werden wohl auch mit einigen Minuten bedacht werden wollen. Man darf gespannt sein, wie die Cityguide-Leute das lösen.

(RP)