Im Meerbuscher Repaircafé reparieren Ehrenamtler kaputte Dinge

BUND-Ortgsruppe Meerbusch : Repaircafé: Zweite Chance für den Staubsauger

Am Sonntag nutzten viele Meerbuscher das Angebot der BUND-Ortsgruppe Meerbusch. Neun Ehrenamtler reparierten kaputte Dinge.

Nach 45 Minuten kann Stephan C. aus Büderich wieder strahlen: Sein alter Miele-Staubsauger aus den 1980er Jahren brummt wieder tiptop. Matthias Nerger hat das gute Stück repariert. Der Lanker arbeitet hauptberuflich bei der Landesregierung, ehrenamtlich ist er zum dritten Mal als Reparateur im Repaircafé Meerbusch dabei. „Der Kondensator war durchgeschmort“, so sein knappes Urteil. „Keine große Sache.“

Christa Herkströter freut sich, dass ihr Föhn wieder funktioniert. Foto: ena

Für den Besitzer des alten Staubsaugers schon: „Er hat ein neues Leben“, freut sich Stepahn C., der Stammkunde im Repaircafé ist und dort schon einen CD-Spieler und einen Fernseher reparieren ließ. „Das Repaircafé ist eine tolle Sache. Denn heutzutage landen viel zu viele Elektrogeräte auf dem Schrott, obwohl man sie noch reparieren könnte – wenn man denn nur wüsste, wie.“

Diplom-Ingenieur Rassoul Maleki repariert eine Deckenleuchte. Foto: ena

Dafür sitzen an diesem Nachmittag neun Ehrenamtler in den Räumen der Evangelischen Kirchengemeinde Lank. Und der Andrang ist enorm: „Wir werden heute förmlich überrannt“, sagt Andrea Blaum, Meerbuschs BUND-Vorsitzende. Nach wenigen Minuten sind schon mehr als 20 Nummern verteilt, die Besitzer warten mit ihren Lampen, Toastern, Kaffeemaschinen und Mixern geduldig im Vorraum, bis sie aufgerufen werden.

Zum ersten Mal sind an diesem Nachmittag Rainer Liewer und Klaus-Peter Heidbreder von den Computerfreunden Niederrhein dabei. „Wir haben heute schon geholfen, Fotos von einer Digitalkamera auf den Rechner zu überspielen, und jetzt reparieren wir gerade einen Drucker“, sagt Liewer, der seit neun Jahren ehrenamtlich Senioren in Sachen Internet und Co. betreut und Interessierten an diesem Nachmittag die Vorteile des Betriebssystems Linux erklärt. „Reparieren statt Wegwerfen, das schont auch die Umwelt“, sagt er.

Auch Christa Herkströter aus Lank freut sich, dass sie ihren Föhn wieder mitnehmen kann – voll funktionstüchtig. Die Kabelummantelung war kaputt, Ronald Weddecke hat das Kabel repariert. „Wenn möglich, versuche ich, Sachen zu reparieren. Aber an den Föhn habe ich mich nicht rangetraut“, sagt Christa Herkströter. „Ich hatte Angst, einen Stromschlag zu bekommen.“

In einer anderen Ecke im Raum bastelt Stefan, der seit Gründung des Meerbuscher Repaircafés im Jahr 2017 ehrenamtlich dabei ist und den alle nur den Chef-Reparateur nennen, an einem Geräuschedetektor. Den hat Klaus aus Lank mitgebracht. Er erklärt: „Der Detektor macht einen schrillen Ton und blinkt. Wir brauchen dieses Gerät, damit wir die Klingel auch im ersten Stock hören können. Nun ist es einfach kaputt gegangen.“ Fast hätte er das Kästchen in die Tonne geworfen. „Aber dann habe ich von diesem Angebot erfahren.“ Stefan, beruflich Servicetechnier, hat den Fehler schnell gefunden: Ein Draht war ab, den hat er wieder angelötet. „Ich hätte nie gedacht, dass das klappt“, sagt Klaus. „Ich gebe dem Repaircafé drei Smileys.“

Zweimal im Jahr gibt es das Repaircafé. „Die Nachfrage ist aber viel größer“, sagt Andrea Blaum. Deshalb suchen wir dringend weitere Reparateure. Das können Leute vom Fach sein, etwa Diplom-Ingenieure und Elektriker, aber auch erfahrene Laien. „Hauptsache, sie kennen sich mit Elektro und Elektronik aus“, sagt Stefan, der Chef-Reparateur.