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Meerbusch: Im Alter wieder Anschluss finden

Meerbusch : Im Alter wieder Anschluss finden

Jeden dritten Dienstag im Monat trifft sich die 60plus-Generation in Büderich zum Seniorenstammtisch. Dort können ältere Menschen über die aktuellen Themen ihrer Generation diskutieren und neue Kontakte knüpfen.

Fahrrad-Touren und Wanderungen, regelmäßige Treffs zum Boule und Minigolf spielen, Besuche im Düsseldorfer Schauspielhaus und sogar ehrenamtlich in der Osterather Mauritius-Klinik - der Terminkalender von Ursula Cremers-Beekes ist gut gefüllt. Oder anders gesagt - die Rentnerin steht mitten im Leben. Vor drei Jahren verstarb ihr Mann, und damit sei es plötzlich ruhig geworden in ihrer Wohnung in Büderich. "Aber so ist das nun mal. Das Leben ist voller Wandel", sagt die 72-Jährige. Zwar vermisst sie ihren Mann sehr, aber anstatt in Traurigkeit zu verfallen, knüpfte sie neue Kontakte. Eine ihrer Anlaufstellen ist der Seniorenstammtisch von "allphaMeer", den sie inzwischen leitet. Jeden dritten Dienstag trifft sich die 60plus-Generation in der Gaststätte "Alte Post" in Büderich ab 18 Uhr zum Austausch. "Es ist eine Gruppe von zehn bis 20 Leuten, wir suchen aber noch Verstärkung", sagt Cremers-Beekes.

Bei jedem Treffen gibt es ein Thema, das besonders ihre Generation bewegt und umtreibt. Die Gruppe philosophiert und diskutiert etwa über "Was ist Glück?", "Liebe im Alter" oder "Wie politisch sind wir?". Ab und an werden auch Gäste eingeladen. Zum Beispiel ein Ehepaar, das sich sehr spät gefunden hat. "Sie war 80 Jahre und bislang unverheiratet, er noch etwas älter und Witwer. Ich habe zufällig mal draußen mitbekommen, wie die Frau aus ihrem Leben erzählte", so Cremers-Beekes. "Sie war sogar schon mal bei der Sendung Herzblatt, hatte aber auch dort nicht ihr Herz verschenkt." Ganz spontan hatte Cremers-Beekes dann die Frau und ihren frisch gebackenen Ehemann eingeladen, um über ihre alte, neue Liebe zu sprechen. Denn: Das Leben im Alter hört ja nicht auf, es verändert sich höchstens. Unter diesem Credo kommen die Stammtischler aus Meerbusch, aber auch aus Düsseldorf und Kaarst zusammen. "In Gerresheim und Derendorf ist ,allpha60' schon viel größer. Wir wollen aber auch linksrheinisch wachsen", erklärt die Stammtisch-Leiterin. Den Treff in Meerbusch gibt es seit 2012, die Initiative "allpha60" selbst wurde vor zehn Jahren in Düsseldorf von Karl Niemann ins Leben gerufen. Ziel ist es seither, für die ältere Generation mehr Möglichkeiten zur Begegnung und zum Austausch zu schaffen. Die Zeitung "allphaNews" erscheint zweimal im Monat, informiert über alle Aktivitäten und ist für vier Euro bei Gossens in Büderich erhältlich. "Wir sind kein Verein, und somit gibt es auch keine Beiträge", sagt Cremers-Beekes. "Interessierte können auch gerne unangemeldet zum Stammtisch kommen."

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Am kommenden Dienstag geht es darum, wie sich Ältere am besten vor Betrügern schützen können. Cremers-Beekes selbst kennt die Tücken, bei denen man einen kühlen Kopf bewahren sollte. So sei sie schon auf dem Friedhof angesprochen worden mit der Bitte, Geld zu wechseln. Oder auch in der Tiefgarage bei Kaisers. "Der Mann hatte dann plötzlich auch noch einen Stadtplan in der Hand, und alles war irgendwie komisch. Dann habe ich blitzschnell reagiert und meinen Geldbeutel wieder zugemacht." Auch hat sie sich einen großen Zettel mit Tipps an ihre Haustür gehängt. Darauf steht, wie sie sich in solchen Situationen am besten zu verhalten hat.

Allen Senioren, die im Alter Anschluss suchen, kann Cremers-Beekes nur raten: "Nur alleine zu Hause zu sitzen, bringt überhaupt nichts. Man muss nur raus und sich trauen."

(RP)