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Ideen für Erweiterungsgelände Areal Böhler II in Meerbusch gesucht

Stadtplanung

Ideenwettbewerb für Areal Böhler II

FOTO: ILLUSTRATION: CARLA SCHNETTLER

15 Architekturbüros können sich für die Gestaltung des etwa zwölf Hektar großen Erweiterungsgeländes bewerben.

Dass das Gelände des Areal Böhler weiter bebaut werden soll, ist seit längerem klar. Im Planungsausschuss beschlossen die Politiker nun die Aufstellung des Flächennutzungsplans für das Areal Böhler II. Der Investor der etwa zwölf Hektar großen Fläche ist nun am Zug, einen Text für die Auslobung eines Gestaltungswettbewerbs zu verfassen. Dann berät die Politik darüber und bringt ihre Wünsche ein. „Wir möchten gerne einen Kindergarten und einen Grundschulstandort auf dem Grundstück“, sagt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter.

Der neue Eigentümer eines erheblichen Teils der Flächen des Gebiets strebt in Zusammenarbeit mit der Politik und der Verwaltung eine Mischung aus Wohnen, Geschäften, Gewerbe, sozialen Einrichtungen sowie Wasser- und Grünflächen an. Die Grenzlage zu Düsseldorf macht eine enge Absprache mit der Landeshauptstadt erforderlich. Das betrifft insbesondere den Trassenverlauf der geplanten U81. „Wie viel Platz benötigt die Rheinbahn, wo sind die Haltestellen?“, diese und andere Fragen wird Assenmacher bei einem Termin mit Düsseldorfs Verkehrsdezernentin Klaudia Zuschke im März ansprechen. Bereits vor gut drei Jahren hatte das Amt für Verkehrsmanagement einen groben Plan vorgestellt.

INFO

Investor ist noch nicht öffentlich bekannt

Geschichte 1914 erfolgte der erste Spatenstich für das große Stahlwerk der österreichischen Brüder Böhler. 1981 wurde das Walzwerk geschlossen, 1993 der Hüttenbetrieb. Heute ist die voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH Eigentümerin des Geländes.

Erweiterungsgelände 116 Einfamilienhäuser hat die Firma Wilma Wohnen bereits gebaut. Weitere 12 Hektar Fläche werden nun von einem noch nicht benannten Investor bebaut.

Allerdings änderten sich zwischenzeitlich die Pläne. Gegen den Bau der Linie, die den Düsseldorfer Flughafen mit dem Neusser Hauptbahnhof verbinden soll, wurde außerdem Klage eingelegt. Bis die Landeshauptstadt mit den Planungen so weit fortgeschritten ist, dass die Trasse feststeht, kann es also noch einige Jahre dauern. „So lange können wir nicht warten“, stellte Assenmacher klar. Die U81 soll in jedem Fall über die Böhlerstraße und die Kevelaerer Straße sowie den Handweiser fahren. Für die Planung des Areals soll deshalb Fläche für die Trasse freigehalten werden.

Der Gestaltungswettbewerb soll in zwei Phasen verlaufen. Der Investor möchte 15 Architekturbüros einladen, ihre Ideen für das Gelände zu präsentieren, fünf davon kann die Stadt Meerbusch auswählen. In einer zweiten Phase sollen die fünf Büros mit den interessantesten Entwürfen ihre Ideen für das Areal weiter ausarbeiten und vertiefen. „Das wird ein spannender Prozess“, ist sich Assenmacher sicher.

Spannend könnte auch die Frage werden, wie schnell die Stadt und der Investor sich auf einen gemeinsamen Auslobungstext für den Ideenwettbewerb einigen können. Denn die Politik wird den Entwurf des Investors diskutieren und ihre eigenen Vorstellungen einbringen. In der Vorlage ist zu lesen, welche Mischung sich der Projektentwickler wünscht: Den Anteil an der Gesamtfläche von Einfamilienhäusern setzt er bei etwa 18 Prozent an, Mehrfamilienhäuser 19 Prozent. Nach ersten Vorüberlegungen machen die Gewerbeflächen 14 Prozent aus, öffentliches Grün und Gewässer sollen 23 Prozent der Gesamtfläche betragen. Außerdem können Beherbergungsbetriebe angesiedelt werden. Die Politik könne darüber hinaus angeben, ob geförderter Wohnungsbau auf dem Gelände gewünscht ist.

Falls die Einigung zügig verlaufe, könnte der Siegerentwurf noch in diesem Jahr präsentiert werden, so Assenmacher. Wer der Investor ist, wurde bislang noch nicht öffentlich bekannt gemacht. Nach Angaben der Stadt stammt er aber aus der Region.