1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Ideen für den Alten Güterbahnhof

Meerbusch : Ideen für den Alten Güterbahnhof

Norbert Schöndeling stellte beim CDU-Stammtisch Studenten-Ideen für den Osterather Güterbahnhof vor

Wie geht es mit dem Alten Güterbahnhof in Osterath weiter? Norbert Schöndeling aus Osterath, Architektur-Professor an der Fachhochschule Köln, stellte jetzt beim Osterather CDU-Stammtisch Konzepte für denkbare Nutzungen vor. Zehn seiner Studentinnen haben sie erarbeitet. Klar ist: Der geplante Frischemarkt auf dem Ostara-Gelände wird das Ortsbild rund um den Bahnhof verändern. Das ursprünglich ins Auge gefasste städtische Jugendcafé im Alten Güterbahnhof wird es dagegen nicht geben. Aktuell existieren zudem keine Pläne, um den Übergang vom Ostara-Gelände zum Ort fließend und harmonisch zu gestalten – Ideen für eine Nutzung gibt es allerdings schon.

"Die Studentinnen haben im Vorfeld eine Bedarfsanalyse für den Ort gemacht", sagt Schöndeling. Unter anderem die Zahl von Osterather Arztpraxen und Büchereien, von Händlern und Hotels untersuchten die Studenten vor Erstellung ihrer Konzepte. Auch bei der Stadtverwaltung hätten die angehenden Architekten angerufen, um sich über die Mitarbeiterzahl des Jugendamts zu erkundigen. Das Ergebnis – was nach Ansicht der Studenten in Osterath fehlt: ein niedrigpreisiges Hotel für Monteure und Messegäste, ein Restaurant mit Versammlungsmöglichkeit für Vereine (ein Saal, da das Hotel Weindorf ja nicht mehr nutzbar ist), ein ausreichendes Stadtarchiv mit dem richtigen Volumen, dazu noch eine Bibliothek mit angeschlossenem Museumsbereich (variabel mit Dauer- und Wechselausstellungsräumlichkeiten). Auch die Nutzung durch Händler, durch ein Gesundheitssportzentrum (Physiotherapie/Sportgeschäft/Fitnessstudio/Sanitätshaus) und durch ein vom restlichen Verwaltungsapparat abgetrenntes Jugendamt sei denkbar. "Eine Studentin hat vorgeschlagen, dass man im Silo eine Kletterhalle bauen könnte", so Schöndeling. Zudem habe ein Vorschlag die Idee beinhaltet, ein Modeleisenbahnmuseum mit Modelwerkstatt und einem Entwicklungslabor zu errichten.

"Bei allem hatten die Studenten die Vorgabe, den Charakter des Alten Güterbahnhofs beizubehalten." Denn das mache das Gebäude mit Denkmaleigenschaften aus. "Sonst könnte man es ja auch abreißen." Allen Plänen lagen keine Kostenauflagen zugrunde. Dies sei im Rahmen des Masterseminars, in dem die Konzepte zur Übung erstellt wurden, nicht Aufgabe gewesen.

In einigen der Plänen, die der Architektur-Professor den Anwesenden vorstellte, war auch schon eine Untertunnelung der Bahngleise eingetragen – für den Auto- sowie den Rad-und Fußgängerverkehr. Zumindest den Radfahrtunnel kritisierte der Fachmann sehr. "Zum Glück hat sich die Bahn bei S21 verrechnet und es wird teurer", scherzte Norbert Schöndeling ironisch. Denn dadurch würden die Meerbuscher Pläne weiter nach hinten rücken.

"Der Radfahrtunnel schafft Angstzonen", erklärte der Experte. Durch seine runden Zufahrten würden Nutzer nachts nicht sehen, wer da "gleich hinter der Ecke ist". Daher sei er für Osterath ungeeignet.

(RP)