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Meerbusch: "Ich werd' mal Schauspieler"

Meerbusch : "Ich werd' mal Schauspieler"

Der 76-jährige Helmut Everke aus Strümp erzählt am 17. November im Forum Wasserturm in Lank-Latum über seine amüsanten und aufregenden Erlebnisse mit Stars wie Sir Peter Ustinov und vielen anderen.

Sir Peter Ustinov, Jan-Josef Liefers, Ulrich Noethen, Gustav Knuth, Lilo Pulver, Karlheinz Böhm, Attila Hörbiger, Matthias Habich, René Deltgen— die Liste aktueller und einstiger Schauspielergrößen ist lang, über die der Strümper Künstler und Darstellerkollege Helmut Everke amüsant zu erzählen weiß.

Der 76-jährige Meerbuscher war auf der Bühne und im Fernsehen Spezialist für Rollen mit Humor und als jugendlicher Liebhaber. Die Jugendlichkeit ist ihm mit den Jahren etwas abhanden gekommen, sein Talent, ein Publikum zu unterhalten, ist aber nach wie vor groß.

Das möchte er am Donnerstag, 17. November, ab 20 Uhr im Forum Wasserturm an der Rheinstraße 10 in Lank-Latum noch einmal unter Beweis stellen. Auf Einladung des Vereins Wasserturm plaudert Everke aus seinem Leben. "Ich werd' dann mal Schauspieler..." sind die 60 bis 90 Minuten mit Anekdoten und Charakterstudien überschrieben.

"Solch einen Typen gibt's in ganz Meerbusch und darüber hinaus nur einmal", sagt Ulli Wetter vom Veranstalter. Everke kennt die ganze Facette eines Künstlerdaseins — die Höhen und Tiefen, die schwierigen Anfänge und die umjubelten Premieren. Direkt nach der Schauspielschule sprach Everke mit einem Empfehlungsschreiben in der Tasche beim großen Karl-Heinz Stroux am Schauspielhaus in Düsseldorf vor.

Überzeugend und mit großem Selbstbewusstsein. Mehr als ein Jahrzehnt lang sollte er zum festen Ensemble am renommierten Haus gehören. Nur unterbrochen von Gastspielen in Zürich und Salzburg.

Mit dem neuen Intendanten Günter Beelitz stimmte die Chemie nicht. Everke kündigte, obwohl er inzwischen verheiratet war und drei Söhne hatte. Doch Everke wusste Rat, rief den Tagesschausprecher Lothar Dombrowski an und verschwieg den Ernst der Lage nicht.

Das war der Startschuss für die zweite Karriere. Als Sprecher des WDR-Landfunks las er live aus einem Ministudio Verkehrsmeldungen und Schweinepreise vor. "Und das nach 20 Jahren Shakespeare", bemerkt er heute schmunzelnd. Das ist übrigens eine der sehr sympathischen Wesensarten Everkes. Seine Erzählungen halten ausgewogen die Balance zwischen Selbstverliebtheit und ironischer Distanz.

Sein aus wirtschaftlicher Not geborener Beginn als Sprecher und Programmansager im Hörfunk führte ihn ins Fernsehen zur Lindenstraße und Mutter Beimer, in den Tatort, in Serien wie Die Partner und Oppen & Ehrlich.

Für Everke ist sein Auftritt im Theater am Wasserturm eine Premiere. Andere Orte in Meerbusch wie Schloss Pesch in Ossum-Bösinghoven, das Alte Küsterhaus in Büderich oder die Versöhnungskirche in Strümp sind ihm hingegen von seinen Auftritten gut bekannt.

(RP)