Meerbusch: "Ich mag die deutsche Sprache"

Meerbusch : "Ich mag die deutsche Sprache"

Die beiden Usbekinnen Alyona und Sofya sind für zwei Wochen auf Besuch in Deutschland. Sie hatten an der Aktion "Schreibtalente" des Meerbuscher Kulturkreises teilgenommen und erhielten anschließend die Einladung

"Ich hatte den Wettbewerb schon fast vergessen", berichtet die 17 Jahre alte Sofya. "Umso mehr habe ich mich über die Einladung nach Meerbusch gefreut." Die Usbekin ist zusammen mit der 16-jährigen Alyona für zwei Wochen zu Gast beim Meerbuscher Kulturkreis (MKK). Sie wohnen bei Ingrid Kuntze sowie deren Tochter, die sich ein vielseitiges und kulturelles Programm für die beiden Schülerinnen ausgedacht haben.

Sprachschwierigkeiten gibt es im Übrigen nicht: Alyona und Sofya sprechen hervorragend deutsch. Sofya lernt seit elf Jahren Deutsch in der Schule, Alyona seit acht Jahren. "Am Anfang hatte ich Angst, etwas falsch zu sagen", erzählt Alyona. "Doch nach wenigen Tagen hat man sich gut eingehört. Ich denke sogar manchmal bereits auf deutsch." Sofya mag den Klang der Sprache und, dass es zu allem Regeln gibt - nicht wie im Russischen", sagt sie. Alyona pflichtet ihr bei: "Deutsch ist nicht schwer zu lernen", sagt sie.

Die beiden Mädchen besuchen das Meerbusch-Gymnasium. Alyona ist Gastschülerin in der elften Stufe, Sofya in der zwölften. Sprachlich kommen die beiden gut mit, "allerdings verstehe ich nicht alles in Mathe. Dort sind sie vom Stoff her weiter als wir", sagt Alyona. Dennoch gefällt ihr der zweiwöchige Ausflug sehr gut. "Ich habe schon viele nette Leute kennengelernt", sagt die 16-Jährige. Am besten haben ihr bisher die Ausflüge nach Düsseldorf und zum Kölner Dom gefallen. Sofya geht es ähnlich. Zudem war sie sehr froh, dass Ingrid Kuntze mit ihr ein Touristikbüro besucht hat, in dem sie einen umfangreichen Einblick in den Beruf des Touristikkaufmanns erlangen konnte. "Ich möchte gerne Tourismus studieren", erzählt die junge Usbekin. "Ich bin ein Sprachenfan und möchte noch viele Länder kennenlernen. Außerdem bin ich sehr kontaktfreudig."

Das trifft auf beide Mädchen zu. Sie erzählen lebhaft von ihrem Aufenthalt in Meerbusch und wie gerne sie in Deutschland sind. Alyona möchte nach ihrem Schulabschluss Journalistin werden. "Ich schreibe in Taschkent für unsere Schülerzeitung. Aber ich würde mir wünschen, später fürs Radio zu arbeiten", sagt sie.

In den zwei Wochen in Meerbusch standen neben den Ausflügen nach Düsseldorf und Köln noch zahlreiche weitere Höhepunkte an. Die Mädchen besuchten den Kirchentag, es ging ins Schauspielhaus, und sie wurden im Landtag von Vizepräsident Oliver Keymis empfangen. Allerdings sind beide nicht sehr politisch interessiert. Viel mehr freuten sie sich über den nachfolgenden Einkaufsbummel durch Düsseldorf. Einen großen Wunsch hat Alyona aber noch: "Ich möchte auf einem Schiff den Rhein herunterfahren", sagt sie. "Zu Hause haben wir keinen Fluss oder See in unserer Nähe." Sofya, die 2013 am Programm des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) teilgenommen hatte und einen Monat in Bayern lebte, würde gerne ihre Gastfamilie besuchen. Doch dafür reicht die Zeit leider nicht.

Am meisten überrascht hat Sofya, "dass die Deutschen genauso gastfreundlich sind wie Usbeken. Das hatte ich nicht erwartet", sagt die 17-Jährige. Zudem lobten beide das deutsche Essen: Bratwurst steht dabei ganz oben auf der Liste. "Ich esse gerne viel Fleisch", sagt Sofya. Wenn sie am Donnerstag in Taschkent wieder zu ihren Freunden und Familien zurückkehren, "werde ich berichten, wie toll es hier ist. Der Aufenthalt war einfach unglaublich", sagt Alyona.

(RP)