Meerbusch: "Ich kloppe einfach noch zu viel drauf"

Meerbusch: "Ich kloppe einfach noch zu viel drauf"

Seit Beginn dieser Saison spielt Star-Comedian Dieter Nuhr für den Tennisclub Bovert. Heute Nachmittag gibt der 53-Jährige auf der Anlage am Neusser Feldweg sein Heim-Debüt.

Auf seine Generalprobe war er mächtig stolz. "Ich habe zum ersten Mal einen Satz gegen Bert Müllejans gewonnen. Eigentlich müsste ich jetzt eine Verletzung vortäuschen und meine Laufbahn beenden", sagt Dieter Nuhr und grinst.

Zu Beginn der Saison habe er sich allerdings tatsächlich eine Wadenzerrung zugezogen, deshalb sei diese Idee keine Option. Zudem hat der Comedian einfach zu viel Spaß an dem Sport, dem er seit dieser Saison in Meerbusch beim TC Bovert nachgeht. Zwei Einsätze hat Nuhr für seine neue Mannschaft, die in der Altersklasse 50 in der Niederrheinliga antritt, bereits hinter sich. Am heutigen Samstagnachmittag (ab 14 Uhr, Neusser Feldweg) gegen die Kettwiger TG steigt das Heimdebüt des 53-Jährigen. "Ich versuche einfach mit Spaß an die Sache heranzugehen. Allerdings würde ich schon gerne gewinnen", betont Nuhr.

Seine Leidenschaft fürs Tennis entflammte vor rund fünf Jahren. Als Kind habe er zwar einmal eine Saison für den TC 13 Düsseldorf gespielt, sich dann aber wieder dem Handball gewidmet. Erst mit Ende 40 nahm ihn ein Bekannter noch einmal mit zum Tennis - und seitdem hat den Comedian der Ehrgeiz gepackt.

Bis zum vergangenen Jahr nahm er mit dem TuS Breitscheid an der Meisterschaftsrunde teil - in der untersten Spielklasse. Nuhr wurde kaum gefordert. Ihn wurmte, dass er nicht genügend Punkte sammeln konnte, um seine persönliche Leistungsklasse zu verbessern. Die stand in der vergangenen Saison bei 23 - der tiefst mögliche Wert. Um sein Punktekonto aufzustocken, entschloss er sich an Turnieren teilzunehmen. So auch an den Offenen Meerbuscher Stadtmeisterschaften, die im vergangenen Herbst beim TC Bovert ausgetragen wurden.

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Der Kontakt kam über TCB-Präsident Bert Müllejans zustande, der seit mehr als 25 Jahren im Fachbereich Kultur der Stadt arbeitet. "Bert hat mich Anfang der 90er Jahre in den Wasserturm geholt, das waren damals meine ersten Auftritte. Seitdem kennen und schätzen wir uns", erzählt der gebürtige Weselaner. Bei den Meerbuscher Titelkämpfen stieß Nuhr im Vorjahr bis ins Viertelfinale vor. "Irgendwie sah es offenbar so aus, als könnte ich Tennis spielen", sagt Nuhr in gewohnt trockener Art.

Der Stein kam ins Rollen, Nuhr wechselte von Breitscheid nach Bovert und stieg innerhalb eines Jahres um sieben Spielklassen auf. "Eigentlich ist die Liga zu gut für mich, aber meine Teamkollegen waren überzeugt, dass ich so hoch spielen kann", berichtet Nuhr. Den größten Unterschied zum Vorjahr machte er schnell aus. "In der Niederrheinliga trifft man auf keine Gegner mit Plauzen mehr, die sind alle fit." In seinen ersten beiden Einzeln musste er sich jeweils knapp geschlagen geben - was ihm selbst unangenehm war.

"Normalerweise ist man beim Tennis ja auf sich allein gestellt. Aber hier geht es um die Mannschaft - und wenn sie am Ende wegen mir verliert, ist mir das etwas peinlich", sagt Nuhr. Jedoch sehe er die laufende Spielzeit als Lern-Saison an. "Ich kloppe einfach noch zu viel drauf und muss lernen, den richtigen Mittelweg aus Risiko und Sicherheit zu finden", sagt Nuhr selbstkritisch. Seine Mannschaftskollegen sind weniger kritisch mit ihm. "Dafür, dass er erst fünf Jahre so richtig Tennis spielt, macht er seine Sache richtig gut", befindet Müllejans. So scheint der Aufenthalt beim TC Bovert von längerer Dauer zu sein. "Ich wurde im Club sehr herzlich aufgenommen und fühle mich unheimlich wohl hier", unterstreicht Nuhr. "Wenn die mich noch länger wollen, bleibe ich gerne hier."

(RP)
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