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Meerbusch: "Ich bereue nicht einen einzigen Tag"

Meerbusch : "Ich bereue nicht einen einzigen Tag"

Seit 25 Jahren ist der Eishockey- und Nordseefan Wilfried Pahlke Pfarrer der Kirchengemeinde Büderich. Morgen wird er geehrt.

Bereits an der Haustür wird deutlich: Hier wohnt ein Sportfan. Aufkleber und ein Fanschal der Krefeld Pinguine zieren zudem das Auto von Wilfried Pahlke. Der 54-Jährige ist großer Eishockeyfan und geht regelmäßig mit seinem Sohn ins Stadion. Deshalb achtet der Dauerkartenbesitzer sehr darauf, dass sich kein Termin mit einem Spiel des KEV überschneidet. Seine Gemeinde ist das gewohnt und nimmt darauf Rücksicht. Auch dieses Wochenende hat der Pfarrer Glück. Da die Pinguine bereits gestern gespielt haben, kann er sich in Ruhe morgen feiern lassen. Seit 25 Jahren ist Pahlke nun Ortspfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Büderich.

Dabei hatte er ursprünglich gar nicht geplant, so lange zu bleiben. "Ich dachte, dass ich etwa sieben Jahre bleibe, allerdings gefällt es mir hier zu gut", sagt er. Denn der sehr aufgeschlossene und weltoffene Pfarrer kann sich in seiner Gemeinde verwirklichen. "Sie lässt mir viele Möglichkeiten, meine Ideen umzusetzen, etwa den Gottesdienst moderner zu gestalten." Auch initiierte er vor 16 Jahren die Seniorenaktion "Urlaub ohne Koffer", bei der ein Tagesausflug geplant wird. "Mittlerweile nehmen 100 Leute daran teil", sagt Pahlke stolz.

Doch nicht nur die Senioren liegen dem 54-Jährigen am Herzen, vor allem ist er um die Jugend bemüht. Deshalb entschied er sich in seinem Theologiestudium neben dem Pfarramt auch für das Lehramt. Seit 14 Jahren unterrichtet Pahlke am Mataré-Gymnasium als Religionslehrer. Und er ergänzt: "Im kommenden Jahr richte ich auch unsere 25. Jugendfreizeit aus. Als 2007 jede Pfarre ihre Bereiche neu ordnete, übernahm Pahlke, der privat gerne Trompete spielt, den pädagogischen Bereich. "Ich kümmere mich um die Konfirmanden, den Schulgottesdienst sowie die Jugend- und Seniorenarbeit", zählt er auf. Darüber hinaus bildet er Vikare aus. Dabei bedauert er sehr, "dass wir kaum noch Nachwuchs haben". Auch werde es immer schwerer, neue Pfarrer zu finden. "Während wir zu meiner Zeit noch mit 40 bis 50 Leuten um eine Stelle gekämpft haben, bleiben heute die Stellen teilweise Jahre unbesetzt", sagt Pahlke, der zuletzt in Büderich anderthalb Jahre die Gemeinde von rund 4900 Gläubigen allein betreut hatte.

Pahlke ist gebürtiger Uerdinger - was auch die Liebe zum Eishockeyverein erklärt. Nach seinem Abitur studierte er in Wuppertal und Bonn, bevor er als Vikar nach Krefeld zurückkehrte. Anschließend bewarb er sich als Pastor nach Lank und Strümp. Dort lernte er seine Frau kennen. Seit 1. Oktober 1989 ist er nun Pfarrer in Büderich - somit bereits halb so lang, wie die Christuskirche alt ist. "Und ich bereue nicht einen Tag", sagt der engagierte Pfarrer. Pahlke gehört ebenfalls dem Vorstand der Diakonie Krefeld/Viersen an, ist Geschäftsführer der Diakonie Meerbusch und Mitglied des Schul- und Sozialausschusses.

Zur Theologie ist Pahlke durch den Uerdinger Pfarrer Ernst Hasheider gekommen, der ihn lange Zeit in der Jugend begleitet hat. "Er war ein großes Vorbild für mich", verrät der 54-Jährige, der gerne an die Nordsee reist. Mit seinen Eltern besuchte er oftmals Cuxhafen, mittlerweile ist die dortige Seemannsmission Partnergemeinde. Immer in den Herbstferien reist Pahlke mit seinen Konfirmanden dorthin. Der Büdericher ist zudem Kabarett-Fan. Er betreute fünf Jahre die Kirchenkabarettgruppe "Kreuz-Käuze", die sich aber aus beruflichen Gründen aufgelöst haben. Zudem schreibt der 54-Jährige gerne Texte etwa für Oratorien.

(RP)