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Meerbusch: Hunde werden teurer

Meerbusch : Hunde werden teurer

Besitzer von zwei Hunden sollen im neuen Jahr 116,40 Euro mehr Hundesteuer zahlen, Besitzer von drei Hunden 226,80 Euro mehr. Für so genannte Kampfhunde werden 600 oder 900 Euro pro Tier fällig.

erhöht den Druck auf Halter mehrerer Hunde. Eine Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP hat im Hauptausschuss gegen die Stimmen von SPD und UWG eine Anhebung der Hundesteuer auf das deutlich höhere Düsseldorfer Niveau beschlossen. Erstmals wird auch eine spezielle Steuer von 600 bis 900 Euro für so genannte Kampfhunde eingeführt.

Auf Besitzer von drei gemeldeten Hunden kommt eine Erhöhung um 226,80 Euro (von 313,20 auf 540 Euro) zu. Halter von zwei Hunden zahlen 116,40 Euro mehr. Die zusätzlichen Kosten für Bürger mit nur einem Hund sind geringer: sie liegen bei 16,20 Euro. Hundehalter sollen mit dem neuen Hundesteuerbescheid auch aufgefordert werden, die Rasse ihres Hundes anzugeben.

"Die Besitzer nur eines Hundes sollen nicht bestraft werden", betont CDU-Fraktionschef Werner Damblon. "Aber wir sehen den Trend zu mehr Hunden — ein schwieriger Trend. Beschwerden bekommen wir täglich zu hören. Wir glauben, dass eine Steuerung eine für die Allgemeinheit positive Wirkung hat." Dr. Klaus Schmidt-Menschner (FDP) wies darauf hin, dass die Hundesteuer bereits seit 1999 nicht mehr angepasst worden sei. Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters sprach von einer moderaten Anpassung.

Die SPD hatte eine Erhöhung um etwa zehn Euro pro Hund gefordert, unabhängig von der Zahl der Tiere. Die von der Mehrheit beschlossene Anhebung empfinden die Sozialdemokraten (mit Ausnahme der Erhöhung bei den Kampfhunden) als zu massiv. Die UWG hatte eine Erhöhung lediglich für Kampfhunde vorgeschlagen. Auch sollten städtische Mitarbeiter nach Ansicht der UWG schneller Geldstrafen gegen uneinsichtige Hundebesitzer verhängen, statt sie nur zu verwarnen.

Die Meerbuscher haben eine Vorliebe für große Hunde. Von den 2700 gemeldeten Vierbeinern wiegen rund 1800 mehr als 20 Kilogramm oder haben eine Widerristhöhe ab 40 Zentimetern. Die Zahl der "Kampfhunde" (also etwa American Staffordshire, Bullterrier, oder Pitbull Terrier) liegt bei unter 30. "Es werden ständig weniger, da die Tiere das Ende ihrer Lebenszeit erreichen und praktisch keine neuen hinzukommen", sagt Heiko Bechert vom Ordnungsamt. Kampfhunde stellten in der Stadt kein Problem dar: "Hier lebt keine Klientel, die sich aus Imagegründen mit einem Bullterrier schmückt".

Nun steht die Politik unter Zeitdruck. Denn für die Erhöhung der Hundesteuer muss die städtische Satzung geändert werden, und bis zum Neuen Jahr gibt es nur noch eine Ratssitzung (am 20. Dezember). Die Hundesteuerbescheide werden immer Anfang des Jahres verschickt (fällig wird die Steuer jeweils im Juli). Heißer Draht

(RP)