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Meerbusch: "Hotel Weindorf" wird zur "Dorfschänke"

Meerbusch : "Hotel Weindorf" wird zur "Dorfschänke"

Jahrelang gammelte das "Hotel Weindorf" im Zentrum Osteraths vor sich hin. Jetzt wird es renoviert — und ein neuer Pächter ist auch gefunden. Gibt es bald Außengastronomie am Kirchplatz?

Vor der Fassade des "Hotel Weindorf" am Kirchplatz in Osterath steht ein Baugerüst, zwei große orangefarbene Container sind mit Bauschutt gefüllt. Die Sanierungsarbeiten an dem Haus, das nun schon seit Jahren vor sich hin verfiel, laufen auf Hochtouren: neue Elektrik, neue Fußböden, neue Sanitäreinrichtungen, neue Technik. Nächste Woche sollen WC-Trakte und der Küchenbereich gefliest werden. Und dann, spätestens Ende Juli, soll das passieren, worauf in Osterath viele schon seit Jahren vergeblich hofften: Das "Hotel Weindorf" wird wieder öffnen.

Allerdings: "Hotel Weindorf" wird es nicht mehr heißen. Sagt Ganis Kolioutsis. Vor fünf Monaten hat der 43-Jährige, der in Osterath an der Hochstraße die "Depesche" betreibt, einen Zehn-Jahres-Pachtvertrag für die Immobilie am Kirchplatz unterzeichnet. "Es ist eine 1a-Lage", sagt er. "Ein Filetstück", schwärmt er. "Ein magischer Ort."

Im Herzen des Ortskerns will er einen Brauereiausschank starten — mit Uerige vom Fass (1,90 Euro für 0,25 Liter). "Wir wollen die Kneipe sein, in der man sich zum Bierchen trifft", sagt Kolioutsis. Und wenn dann der Hunger kommt, gibt's Kleinigkeiten von der Speisenkarte: "Frikadellchen, Käsehappen, Blutwurst — rheinische Küche eben, hausgemacht, nicht aus der Tiefkühltrühe." Dazu eine Tageskarte, auf der beispielsweise einmal Gulaschsuppe stehen kann oder auch eine Currywurst.

"Deshalb passt der Name ,Hotel Weindorf' auch nicht mehr. Das ist zwar ein Traditionsname, aber das Hotel gibt es nicht mehr, und bei uns wird gewiss auch mehr Bier als Wein getrunken." Deshalb will Kolioutsis seinen neuen Laden "Dorfschänke" nennen. Die Schwemme im Keller hat 100 Sitzplätze, der Saal im Obergeschoss bietet 60 Gästen Platz. Dort soll ein Video-Beamer installiert werden, der Bundesliga- und Champions-League-Spiele auf Leinwand projiziert. Er soll auch von Gesellschaften gemietet werden können. "Dann bieten wir natürlich auch andere Speisen an", betont Kolioutsis.

Zurzeit befindet er sich mit dem Kirchenvorstand von St. Nikolaus in Verhandlungen. "Wir haben zwar einen schmalen Terrassenbereich, würden die Außengastronomie aber gerne weiter auf den Kirchplatz ziehen", erklärt der Pächter. Stimmt der Kirchenvorstand zu, soll im Sommer auch ein Teil des Kirchplatzes nahe des Nikolausbrunnens zur Terrasse werden.

Bis es so weit ist, hat aber auch Kolioutsis noch viel zu tun. Wenn in gut drei Wochen die groben Arbeiten am Haus erledigt sind, muss er sich um die Innenausstattung kümmern. So sieht es der Pachtvertrag vor. "Wir sind zuständig für den kompletten Innenausbau: Lichttechnik, Audiotechnik, Bestuhlung, Barbereich", berichtet der Pächter. Für die Farbgestaltung im Inneren hat er den Grafiker Wolfgang Loewe gewinnen können.

(RP)