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Meerbusch: Hochwasser: Wenn die Flut kommt

Meerbusch : Hochwasser: Wenn die Flut kommt

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat Karten anfertigen lassen, welche Gebiete in Meerbusch bei einem Jahrhundert-Hochwasser überschwemmt werden. Betroffen wärezum Beispiel das Rheinhotel "Vier Jahreszeiten".

Am Haus Landsknecht gibt es sie noch: Markierungen die anzeigen, wie viele Meter hoch dort das Wasser des Rheins mal gestanden hat. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Städte und Dörfer entlang des Rheins mit Deichen vor den Fluten geschützt. Erst im September vergangenen Jahres ist der bereits im Jahr 1920 errichtete Deich zwischen Lörick und Meerbusch für mehr als 16 Millionen Euro saniert und ausgebaut worden. Zwei Jahre lang bauten die Arbeiter an dem knapp drei Kilometer langen Teilstück, das die Meerbuscher Ortsteile vor Hochwasser beschützen soll.

Doch ein Risiko gibt es immer noch. Die Experten sprechen von einem "Jahrhundert-Hochwasser". Vergangenes Jahr im Juni/Juli erwischte ein solches Jahrhundert-Hochwasser die Bürger in Süd- und Ostdeutschland. Tagelang prasselte Regen in Mengen von bis zu 200 Litern pro Quadratmeter auf den Boden, die Flüsse stiegen über die Ufer, zehntausende Wohnungen, Häuser und Geschäfte wurden überschwemmt. Theoretisch kann ein Jahrhundert-Hochwasser auch entlang des Meerbuscher Rheinabschnitts vorkommen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat nun Karten veröffentlicht, die Überschwemmungsgebiete in Meerbusch ausweisen.

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Zu sehen sind die Flächen, auf denen statistisch mindestens einmal in 100 Jahren mit einem Hochwasser zu rechnen ist. Die Ermittlung der ausgewiesenen Flächen, erfolgte aufgrund naturwissenschaftlich-technischer Daten. Die Festsetzung dokumentiere damit den natürlichen Zustand, der hier bei Hochwasser entsteht, heißt es in einer Vorlage, die die Politiker des Meerbuscher Planungsausschusses vor kurzem zur Kenntnis nahmen. Sinn und Zweck der Karten: Die Ausweisung der Überschwemmungsgebiete hat das Ziel, Schäden durch Hochwasserereignisse zu verringern oder sogar gänzlich zu vermeiden und zählt laut Bezirksregierung zu den "strategischen Vorsorgemaßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz".

Mit diesen Karten hat die Stadt Meerbusch erstmals die Möglichkeit, vorsorglich etwa im Rahmen von Baugenehmigungen tätig zu werden, sensible Nutzungen zu erkennen oder notwendige Maßnahmen für den Katastrophenfall zu planen, sagte Wolfgang Trapp, als die ersten Unterlagen im Planungsausschuss vorgestellt wurden.

Vom Hochwasser deutlich betroffen wäre etwa der Bereich der Rheinfähre in Langst-Kierst sowie das Haus Niederrhein. Was das Waser dort anrichten kann, war erst im vergangenen Frühsommer zu sehen, als die Fluten tagelang dafür sorgten, dass der Campingplatz unter Wasser stand. Von den Fluten betroffen wäre auch die Anliegestelle Mönchenwerth. Wer die Karten gerne einsehen möchte, kann sich auf der Seite www.flussgebiete.nrw.de durchklicken. Vorsicht: Die Seite hat lange Ladezeiten. Zu finden in der linken Leiste unter "Flussgebiete" und "Rhein".

(RP)