Meerbusch: Hochwasser fasziniert viele Anwohner

Meerbusch: Hochwasser fasziniert viele Anwohner

In Langst-Kierst musste das Ordnungsamt am Wochenende die Zufahrtsstraße zum Hotel "Vier Jahreszeiten" sperren.

Einen Parkplatz in der Nähe der Rheinfähre zu bekommen, war am Sonntagmittag gar nicht so einfach, denn das Hochwasser hatte viele Spaziergänger nach Langst-Kierst gezogen. Familien mit Kindern, Anwohner mit Kameras, Hundebesitzer - alle wollten sehen, wie hoch der Wasserstand des Rheins zurzeit ist. Dieser lag am Sonntag zwischen 791 und 803 Zentimeter - Tendenz steigend. Dadurch standen Bäume, Straßenschilder und Zäune am Rheinufer in Meerbusch schon tief im Wasser. Auch auf den umliegenden Wiesen hatte sich schon viel Wasser angesammelt. Den höchsten Stand wird der Rhein voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages erreichen. Dann werden bis zu 835 Zentimeter erwartet.

Rosemarie und Hans-Peter Jansen aus Willich sind in den vergangenen Tagen mehrfach an den Rhein gefahren, um den Wasserstand zu beobachten. Foto: Tanja Karrasch

Eine Zufahrtsstraße zum Hotel "Vier Jahreszeiten" hat das Ordnungsamt gestern gesperrt. Diese stand nämlich bereits teilweise unter Wasser. Hoteldirektor Jürgen Pütter blieb trotzdem entspannt: "Wir kennen das, und wir wissen, dass es besser ist, gut vorbereitet zu sein." Hotelgäste wurden am Wochenende gebeten, ihre Autos umzuparken - das hoteleigene Parkdeck wurde geräumt. Dies sei aber eine Präventionsmaßnahme, so Pütter. Der Hotelbetrieb läuft vorerst normal weiter. Bis das Wasser eine Gefahr für sein Haus darstelle, müsse der Pegel deutlich ansteigen. Auch Deichgräf Christof Cames vom Deichverband Meerbusch-Lank sagte: "Wir sehen aktuell keine bedrohliche Situation. Ab einer Wassermarke von neun Metern werden wir aktiv, dann installieren wir Wachgänge am Deich." Die Deiche in Meerbusch waren vor sechs Jahren für 40 Millionen Euro erneuert worden.

Robert und Anja Simon aus Strümp spielten am Sonntag mit ihren Söhnen Niklas und Felix am Ufer. Für die Jungs sei das Hochwasser spannend, sagte Robert Simon. Rosemarie Jansen war mit ihrem Mann Hans-Peter aus Willich nach Meerbusch gekommen, um sich das Naturereignis aus der Nähe anzusehen: "Man sieht daran die Urgewalt, und man kann sie nicht beeinflussen - das ist schon interessant", sagte Jansen.

(tak)