Meerbusch: Hochsaison für Navi-Diebe

Meerbusch : Hochsaison für Navi-Diebe

2012 ist auf dem besten Weg, zum Meerbuscher Rekordjahr bei nächtlichen Diebstählen von Navigationsgeräten zu werden. Der Schaden geht in die hundertausende Euro. Manche Straßen sind bei Tätern besonders beliebt.

Sie warten auf die Dunkelheit, arbeiten schnell und effektiv. Ihre Beute: fest eingebaute Navigationsgeräte, am liebsten aus BMW-, Audi- und Mercedes-Limousinen. Der Schaden: Pro Fall (für Wiederbeschaffung und Reparatur) um die 3000 bis 4000 Euro. Von 2010 auf 2011 stieg die Zahl der Diebstähle aus in Meerbusch geparkten Autos bereits um 67 Prozent (von 99 auf 167) an. 2012 ist nun auf dem besten Weg, zum neuen Rekordjahr bei den Autoaufbrüchen zu werden.

In der Nacht zu Montag waren Automarder wieder in Lank-Latum unterwegs, und zwar an Arndt-, Fronhof- und Mörickestraße. Wie die Polizei meldet, hatten sie es auf die festinstallierten Navigationssysteme dreier Mercedes-Fahrzeuge abgesehen. In allen drei Fällen schlugen sie das hintere Dreiecksfenster ein, gelangten so in die Fahrzeuge und bauten die Geräte aus. Die Taten wurden am Montag um 7.30 Uhr entdeckt.

Mittlerweile scheinen die Täter sogar eine Vorliebe für bestimmte Straßen entwickelt haben: Fronhof- und Mörikestraße in Lank-Latum wurden im Juli gleich zwei Mal im Abstand von 20 Tagen heimgesucht (10. und 30. Juli). Ein Autohaus an der Breite Straße in Osterath bekam dieses Jahr auch schon zwei Mal ungebetenen, nächtlichen Besuch durch Kriminelle.

Auffällig: Nachdem Automarder sich bis Mitte April auf Büderich, Osterath und die Rheingemeinden konzentriert hatten, waren in den Frühlings und Sommermonaten neben Osterath vor allem Lank-Latum und Strümp an der Reihe. Aus Bösinghoven wurde in diesem Jahr dagegen noch kein einziger Navi-Diebstahl gemeldet. Einge gewisse Entfernung zur Autobahnauffahrt scheint sich dort bezahlt zu machen. Im vom Navi-Klau gebeutelten Osterath/Bovert bieten sich dagegen gleich zwei Autobahnanschlüsse (An die Autobahnen A44 und A57) als Fluchtwege an.

Der Kampf gegen die oft bestens organisierten Diebesbanden gestaltet sich schwierig. Fahndungserfolge gelingen oft nur nach aufwendigen Polizeiaktionen. So wie am Donnerstag vergangener Woche: Mit Hilfe eines Hubschraubers gelang es der Polizei in Kaarst-Holzbüttgen, drei mutmaßliche Navidiebe zu stellen. Die Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren sollen aus einem VW Passat ein festinstalliertes Navigationsgerät gestohlen zu haben. Die Männer sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Ob sie auch für Taten in Meerbusch in Frage kommen, ist noch unklar.

Meerbuschs Straßen sind von Montag bis Donnerstag-Nacht dunkler als die der meisten anderen Städte. Das liegt daran, dass die Beleuchtung der Wohnstraßen dann von 1.30 bis 4 Uhr abgeschaltet wird.

(RP)
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