Großprojekt in Meerbusch Nächster Abschnitt beim Konverter-Bau

Meerbusch · Die Vorbereitung des Baufelds ist abgeschlossen, Hochbau und Begrünung starten, allerdings muss auch das Wetter mitspielen. Das Projekt liegt bislang im Zeitplan.

 Gesamtprojektleiter Oliver Cronau, Dezernent Andreas Apsel, Thorsten Mikschaitis, Leiter Stationsbau und Paul Wirachowski Leiter der Bautechnik, pflanzen symbolisch den ersten Baum des Begrünungskonzepts.

Gesamtprojektleiter Oliver Cronau, Dezernent Andreas Apsel, Thorsten Mikschaitis, Leiter Stationsbau und Paul Wirachowski Leiter der Bautechnik, pflanzen symbolisch den ersten Baum des Begrünungskonzepts.

Foto: RP/Dominik Schneider

Als erster Baum im Zuge der Konverter-Begrünung wurde eine junge Eiche in die aktuell nasse Erde gestellt. Bis die Pflanzen, die als Begleitung des Großprojekts vorgesehen sind, in vollem Umfang ausgebracht werden, müssen die Verantwortlichen vor Ort auf trockeneres Wetter warten. Dennoch sind sie zufrieden: „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, sagt Paul Wirachowski, Bauleiter Bautechnik.

Nach dem Spatenstich im Sommer wurde bis Oktober von der Firma Siemens das Baufeld vorbereitet. Um später das enorme Gewicht der Anlage tragen zu können, musste die Qualität des Bodens verbessert werden. Dazu wurden rund 100.000 Kubikmeter Boden bewegt, zunächst die vorhandene Lehmschicht abgetragen und anschließend mit recyceltem Material, sogenanntem RCL 1, aufgefüllt. „Dabei wurden Proben entnommen und geprüft, ob es sich tatsächlich um sauberes Material handelt“, so Wirachowski.

Nun laufen auf der Konverterbaustelle unter anderem die Arbeiten am Fundament. Dazu der Leiter der Bautechnik: „Wir wollen so schnell wie möglich aus der nassen Erde raus kommen, dann wird das Arbeiten sehr viel einfacher und sauberer.“ Die Sickergruben, in denen künftig Regenwasser gesammelt und ins Erdreich geleitet wird, sind bereits fertiggestellt. In der kommenden Woche ist die Trafobank an der Reihe. Diese soll im sogenannten Gleitbauverfahren errichtet werden, dafür wird ausnahmsweise auch nachts gearbeitet. Die entsprechende Genehmigung liegt vor, in den vergangenen Tagen wurden Informationsschreiben an die Anwohner zugestellt. „Durch dieses Verfahren wird die Wand in nur fünf Tagen anstatt mehreren Wochen auf die Höhe von 18 Metern gezogen“, sagt Wirachowski. Bei diesem Verfahren wird die Schalung, also die Gussform des Bauwerks, mitgeschoben und muss nicht aufwendig umgesetzt werden, allerdings muss bei diesem Vorgehen rund um die Uhr gearbeitet werden. In den kommenden Wochen finden außerdem noch weitere bodennahe Arbeiten statt. „Wenn die Anlage dann in die Höhe wächst, wird das super spannend“, kündigt Wirachowski an.

Für die Anwohner und auch die Stadt von enormer Bedeutung sind auch die begleitenden Maßnahmen zum Konverter-Bau – vor allem das Grünkonzept. Teil der Vereinbarungen für die Anlage war, dass diese umfänglich begrünt wird, auch, um sie optisch aufzuwerten und von der Wohnbebauung in Osterath zu trennen. So ist unter anderem ein Rankgerüst an den Wänden geplant, an dem sich Kletterpflanzen bis fast auf die komplette Gebäudehöhe ziehen können. Am Rande der Konverter-Anlage soll zudem auf insgesamt 15 Hektar eine umfängliche Pflanzung entstehen, 52 Bäume und 30.000 Sträucher wurden dafür bereits angeschafft. Gepflanzt werden können diese aber erst, wenn das Wetter ist zulässt – aktuell ist der Boden zu nass, die Gefahr, dass die Wurzeln nicht anwachsen können, ist zu hoch. Deswegen wurden die Bäume und Sträucher eingeschlagen – das ist eine Methode der längerfristigen Zwischenlagerung, bei der die Wurzeln mit feuchter, lockerer Erde bedeckt werden. Sobald die Bedingungen günstiger sind, soll das Grün am endgültigen Standort ausgepflanzt werden. „Wir wollen damit bis zum März fertig sein“, so Paul Wirachowski.

Auch ein weiteres wichtiges Gestaltungselement ist bereits im Ansatz zu sehen: Der Erdwall, der die Konverteranlage optisch abschirmen soll. Dieser ist bereits vorhanden, soll aber noch auf fünf Meter Höhe aufgeschüttet und anschließend begrünt werden – auch das geht aber nur bei trockenerem Wetter. Dafür liegen bereits 50.000 Quadratmeter Lehm und 30.000 Quadratmeter Mutterboden bereit, diese stammen aus dem Aushub der Baugrube, es sind also keine langen Transportwege notwendig.

 Auf der Konverterbaustelle hat der Hochbau begonnen.

Auf der Konverterbaustelle hat der Hochbau begonnen.

Foto: RP/Dominik Schneider

Die Verantwortlichen von Amprion und Siemens sind zufrieden mit dem Fortschritt auf der Baustelle. Auch die Kommunikation mit der Bevölkerung klappe gut – es habe etwa Hinweise zu Fahrern von Subunternehmen gegeben, die statt über die ausgewiesenen Straßen durch die Wohngebiete gefahren sind. „Wenn alles so weiter geht, bleiben wir im Plan“, sagt Joëlle Bouillon, Sprecherin von Amprion, dem zukünftigen Konverter-Beteiber. Dieser Plan sieht vor, dass die Anlage 2026 oder 2027 ans Netz geht.

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