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Meerbusch: Historischer Erfolg

Meerbusch : Historischer Erfolg

Mit der Meisterschaft in der 2. Tennis-Bundesliga sorgte der TV Osterath für das größte sportliche Highlight des Jahres. Das erkämpfte Startrecht im Oberhaus kann der Verein aus finanziellen Gründen aber nicht wahrnehmen.

Es ist der größe sportliche Erfolg in der mehr als 40-jährigen Geschichte der Stadt Meerbusch. Mitte August machte der TV Osterath die Sensation perfekt. Mit einem 5:4-Sieg gegen den TV Reutlingen sicherte sich der Club die Meisterschaft in der 2. Tennis-Bundesliga.

"Uns hatte vor der Saison niemand auf dem Zettel, denn andere Vereine hatten einen wesentlich höheren Etat. Umso schöner ist es, nun auf dem ersten Platz zu stehen", sagte TVO-Coach Luis Elias damals. "Wir haben von neun Saisonspielen acht gewonnen, das ist wirklich unglaublich. Unser Teamgeist war ausschlaggebend für diesen grandiosen Erfolg."

Osterath war mit dem Ziel in die Saison gegangen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen und möglichst einen Platz im oberen Mittelfeld zu erreichen. Gleich zum Auftakt kassierte der TVO eine 3:6-Niederlage beim TC Wolfsberg Pforzheim. Diese Auswärtsschlappe warf die Mannen von Trainer Erlias aber nicht um. Sie ließen ein 7:2 in Dortmund, 5:4 in Großhesselohe, 6:3 gegen Burghausen, 5:4 gegen Bremerhaven, 7:2 in Köln und 7:2 in Ravensburg folgen und erklommen vor dem letzten Doppelspiel-Wochenende die Spitze. Der entscheidende Schlag gelang dann mit dem 6:3-Heimerfolg gegen Mitkonkurrent Espelkamp-Mittwald. Mit dem 5:4 gegen Reutlingen zwei Tage später war dann mehr oder weniger zu rechnen. Die überragenden Kräfte des TVO waren David Marrero (6:1-Siege im Einzel), Pavol Cervenak (4:3, dazu 7:0-Siege im Doppel), Filip Prpic (5:2), Kevin Deden (6:2) und Joel Lindner (6:1). "Vor der Saison hatte ich bestenfalls vom vierten Platz geträumt. Dass wir am Ende ganz oben stehen, hätte ich niemals erwartet. Daher sind wir jetzt auch nicht darauf vorbereitet", erklärte Präsident Rolf van Kaldekerken unmittelbar nach dem feststehenden Aufstieg.

Im gleichem Atemzug stellte er klar: "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben und wir werden alles dafür tun, um es möglich zu machen." Der TVO setzte in der Folge alle Hebel in Bewegung, um das Abenteuer 1. Bundesliga möglich zu machen, aber alle Bemühungen reichten am Ende nicht aus. Mitte September gab der Verein bekannt, dass er das Startrecht in der höchsten deutschen Spielklasse nicht wahrnehmen wird. "Leider waren die logistischen und vor allem die finanziellen Voraussetzungen für einen relativ kleinen Verein wie wir es sind, nicht zu erfüllen. Ich bedauere diese Entscheidung auf das Äußerste und bin darüber persönlich sehr enttäuscht", sagte van Kaldekerken.

(RP)