Meerbusch Hindenburgstraße: FDP und Jusos kritisieren die CDU

Nachdem die CDU sich vergangenen Freitag in einer Pressemitteilung gegen eine Bürgerversammlung zur Umbenennung der Hindenburgstraße ausgesprochen hat, hagelt es nun Kritik.

Meerbusch: Hindenburgstraße: FDP und Jusos kritisieren die CDU
Foto: Boris Schmidt

"Die CDU-Meerbusch zeigt ihr wahres Gesicht", sagt Thomas Gabernig (FDP. Erst dulde sie die "Schmähbriefe ihres Ratsherren Stüttgen zur Diskussion um die Hugo-Recken-Straße", jetzt bezeichne sie die Auseinandersetzung um die Hindenburgstraße als "Schildbürgerstreich" und damit als "Sammlung von Schelmengeschichten".

Es sei "töricht", wie die CDU-Meerbusch mit der Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte umgehe. "Wenn Frau Schoppe es für "absolut überflüssig" hält und "Wichtigeres zu tun hat", ist sie als Bürgerschaftsvertreterin wohl fehl am Platz", sagt Gabernig.

Wann lerne die CDU-Meerbusch "sich ernsthaft damit auseinander zu setzten und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu ziehen", fragt Garbernig. Und: "Hören sie auf damit, Politik auf dem Rücken Millionen ermordeter Menschen zu machen." So führe man keinen Wahlkampf, so die FDP.

Auch die Meerbuscher Jusos meldeten sich am Wochenende zu Wort. "Wir Jusos haben uns seit unserer Gründung für die Umbenennung der Hindenburgstraße eingesetzt, wir werden diese Meinung weiterhin offensiv nach außen vertreten", schreibt Felix Olbertz.

Beispiele wie die Stadt Münster, die auch bürgerlich geprägt ist, zeigten, dass in den Wahrnehmungen der meisten Menschen in Deutschland die Erkenntnis angelangt sei, dass Hindenburg mehr als ein alter, seniler Mann gewesen ist, der von den Nationalsozialisten als Marionette benutzt wurde.

"Vielmehr haben auch neueste geschichtswissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Hindenburg aus eigenem Kalkül und eigener Überzeugung Hitler unterstützt hat", so die Jusos. Die CDU habe aus Sicht der Jusos keine Argumente, die geplante Bürgerversammlung verhindern. Die Kosten von 3000 Euro für die Veranstaltung seien zwar auf den ersten Blick nicht wegzudiskutieren, die Jusos sehen sie aber vielmehr als "Investition in die Politik- und Diskussionskultur in unserer Stadt." Auch Christian Thieme, der die Idee zur Umbenennung hatte, mischt sich in die Debatte ein.

(RP)
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