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Meerbusch: Himbeeren durch Trick früher reif

Meerbusch : Himbeeren durch Trick früher reif

Obsthof Mertens bietet schon jetzt die ersten heimischen Beeren an — drei Wochen früher als erwartet. 900 Ruten wurden zeitlich gesteuert gezogen

Eigentlich werden heimische Himbeeren erst im Juni und Juli angeboten. Durch einen obstgärtnerischen Trick kann Frank Mertens in den Verkaufsstellen seines Obsthofes in Büderich und Willich die roten Früchte aber schon jetzt anbieten. "Terminkultur" nennt er das, was er in den letzten Wochen im 1000 Quadratmeter großen Gewächshaus an der Niederlöricker Straße in Büderich angewendet hat.

900 Ruten der Sorte Glen Ample wurden Ende Januar in gefrorenem Zustand gepflanzt. "Für die Bestäubung haben wir wieder einen Hummel-Stock in das Treibhaus gesetzt, wie wir das auch in den Erdbeer-Tunneln machen", erzählt Mertens. Die Himbeeren erwachten nach und nach aus der Winterruhe und blühten dann auch bald. Und weil es in den letzten Tagen wärmer geworden ist, sich die Beeren bei 28 Grad im Treibhaus offensichtlich wohl fühlten, sind sie seit Anfang der Woche erntereif und jetzt im Verkauf. Diese Methode des "geschützten Wachstums" sorgt auch dafür, dass sich der Pilzbefall in Grenzen hält und sich keine Schädlinge auf den Pflanzen festsetzen. Leimtafeln sollen das verhindern. Mertens geht davon aus, dass diese Januar-Pflanzen vier Wochen die Früchte tragen werden, danach sind dann die "normalen" Himbeeren im Verkauf.

Hauptsitz des Obsthofes Mertens ist Willich: Dort werden auf 24 Hektar Äpfel angebaut: 24 000 Bäume tragen zehn unterschiedliche Sorten. Erdbeeren wachsen auf 25 Hektar in Willich und Büderich - die einen als frühe Sorte, die andere etwas später. Außerdem werden noch Birnen und Himbeeren angebaut und geerntet. In Büderich verfügt der Familienbetrieb, der von Frank Mertens als Obstbetrieb in dritter Generation betrieben wird, über drei Hektar Anbaufläche. Auf einem halben Hektar werden jetzt in Büderich zudem auch Pflaumen gezogen, mit der ersten Ernte wird im Herbst gerechnet.

Zum Betrieb zählen 15 feste Mitarbeiter, im Sommer kommen rund 20 Aushilfskräfte dazu, 120 Erntehelfer gehören ebenfalls zur Stammbelegschaft.

(ak)