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Meerbusch: Hilfe für Kinder in Kolumbien

Meerbusch : Hilfe für Kinder in Kolumbien

Der Verein "Eine bessere Zukunft" kümmert sich um den Betrieb eines Kindergartens im kolumbianischen Calarcá. Der Vorsitzende, Jorge Riano, kommt aus Strümp. Meerbuschs Wirtschaftsfördererin Heike Reiß macht auch mit.

Den Anstoß, Kinder in Kolumbien zu helfen, gaben Freunde: "Sie wollten gezielt ein Projekt unterstützen und wissen, wohin ihre Spende fließt", erinnert sich Jorge Riano. Der Chef des Neusser Unternehmens "Product Service Latin-America GmbH" (PSL) weihte Heike Reiß, damalige Wirtschaftsförderin des Rhein-Kreises, in seine Überlegungen ein.

2008 schließlich wurde der Verein "Eine bessere Zukunft e. V." gegründet. "Wir suchten ein Jahr nach einem geeigneten Projekt", erzählt Heike Reiß, die seit Januar die Wirtschaftsförderung in Meerbusch leitet. Schließlich entschieden die Vereinsgründer, bereits vorhandene Infrastruktur zu nutzen und in Calarcá einen Kindergarten zu etablieren.

"Wir betreuen zur Zeit zwölf Drei- bis Sechsjährige, um die sich tagsüber niemand kümmert", so der Vereinsvorsitzende Jorge Riano. Er lebt seit 2000 mit seiner Familie in Strümp: "Der damalige Landrat Patt überredete mich, von Neuss aus Geschäfte zu machen."

Für ihn und Heike Reiß stand fest, dass es in Kolumbien nicht darum ging, für "eine schöne Kindheit" zu sorgen: "Wir wollen langfristig helfen." Das bedeutet, dass diese Kindergartenkinder auch im schulfähigen Alter weiter betreut werden. Sie wachsen meist ohne Vater auf. Die Mütter haben keine Zeit, weil sie irgendwie auf der Straße ihren Lebensunterhalt verdienen müssen: "Deshalb suchen wir Paten, die sich verpflichten, die Kinder bis zum Ende der Ausbildung zu begleiten."

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Riano schwärmt von dem Einsatz vor Ort. Physiotherapeuten, Ärzte, Erzieher, Psychologen und andere "opfern ihre wertvolle Zeit". Sie gehören zu dem Team, das die Kinder in Calarcá professionell betreut. "Da steckt ganz viel Herzblut drin", weiß Heike Reiß. Trotzdem müssen die finanziellen Mittel beigebracht werden, um die komplette Betreuung zu gewährleisten.

Mittel sind zweckgebunden

"Alle Mittel sind zweckgebunden", betont Riano. Er legt Wert auf Transparenz und ermöglicht Einsicht in das Zahlenwerk. Darüber hinaus sorgt ein intensiver Kontakt zu Einrichtungsleiter Roberto Jaramillo für Aktualität. Der Verein "Eine bessere Zukunft" hat 28 Mitglieder. Einen festen Beitrag gibt es nicht. Jeder spendet, was er möchte. "Das geht auch ohne Mitgliedschaft", so der Vorsitzende.

Auch Hilfe beispielsweise durch Manpower bei Charity-Veranstaltungen wird gerne angenommen. Einmal jährlich fliegt Jorge Riano mit Ehefrau Sandra und Tochter Andrea (10) in seine Heimat. "Ich bringe Spielzeug und Klamotten mit und male mit den Kindern dort", erzählt Andrea lachend. Wer helfen möchte, kann sich unter www.fuer-eine-bessere-zukunft.de informieren.

(RP)