Meerbusch: Heveling im Bundestag - FDP abgestraft

Meerbusch : Heveling im Bundestag - FDP abgestraft

+++ CDU gewinnt 9,8 Prozentpunkte hinzu +++ FDP verliert mehr als die Hälfte ihrer Wähler +++ SPD legt leicht zu +++ Absolute Mehrheit für CDU-Direktkandidat Heveling +++ Grüne und Linke verlieren +++ Wahlbeteiligung gestiegen +++

Mit dem besten Ergebnis seit mehr als 20 Jahren ist die CDU der klare Gewinner der Bundestagswahl in Meerbusch. Die Christdemokraten erhielten 48,3 Prozent. Die Meerbuscher Wähler sprachen gestern erwartungsgemäß auch Ansgar Heveling, Direktkandidat der CDU, erneut das Vertrauen aus.

Der Korschenbroicher bekam 55,0 Prozent der Erststimmen (2009: 47,6 Prozent) und wird erneut Mitglied des Deutschen Bundestages. "Weiterhin möglichst viel im Wahlkreis präsent und für die Menschen hier ansprechbar sein — das ist das Ziel, das ich mir für die kommenden vier Jahre gesetzt habe", erklärte Heveling.

Sein Herausforderer Benedikt Winzen (SPD) übertraf zwar mit 25,4 Prozent der Erststimmer seinen Vorgänger Bernd Scheelen, ist aber wegen seines aussichtslosen Listenplatzes nicht im Bundestag vertreten. Scheelen hatte vor vier Jahren 22,6 Prozent erhalten, war über seinen Listenplatz in den Bundestag gerutscht.

Bitter war der Wahlabend vor allem für die Liberalen. Nur 4,6 Prozent der Meerbuscher wollten Otto Fricke (FDP) direkt in den Bundestag wählen (2009: 15,4 Prozent) — und auch sein sicherer Listenplatz vier half ihm angesichts des schlechten Abschneidens der FDP im Bund nichts: Der 47-Jährige ist im Bundestag nicht mehr vertreten.

"Ich muss mich als Fraktionsgeschäftsführer erst einmal um die 120 Mitarbeiter der Fraktion kümmern, die ihren Job verlieren werden. Ein Teil kann in Ministerien zurück, viele aber nicht", sagte Fricke gestern Abend. "Wie es für mich selbst weitergeht, habe ich noch nicht entscheiden. Ich kann etwa als Anwalt arbeiten."

Mit seinem Ausscheiden reduziert sich die Zahl der Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis 110, zu dem auch Meerbusch gehört, von drei auf eins.

Die FDP ist auch in Meerbusch der größte Verlierer der Wahl, wenn auch auf hohem Niveau: Sie bleibt zweistellig, bekam insgesamt 10,4 Prozent der Stimmen — nach 24,5 Prozent im Jahr 2009.

Damit ist sie nur noch drittstärkste Kraft. Verloren haben auch Grüne (-2,2%) und Linke (-0,9%). Die SPD legte um 3,5 Prozentpunkte auf 22,7 Prozent zu. Die AfD lag bei 3,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber der vergangenen Bundestagswahl von 79,3 Prozent auf 80,7 Prozent an. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Briefwähler: Knapp 11 100 der 41 400 Wahlberechtigten stimmten per Brief ab — ein Plus gegenüber 2009 von 26 Prozent.

Skurril: Im Wahllokal des Bezirks Schweinheim gab's eine Zählpanne. Die Ergebnisse lagen erste gegen 22.30 Uhr vor.

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(RP)
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