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Das Wochenende: Heimspiel für "Mammaplatzda"

Das Wochenende : Heimspiel für "Mammaplatzda"

Die Cover-Band tritt am Samstag im Forum Wasserturm auf und will mit Poprock die Besucher unterhalten.

Sie haben Kultstatus und gelten als die beste Cover-Band der Stadt - die Lanker Formation "Mammaplatzda". Am Samstag gibt die Band im Forum Wasserturm zum dritten Mal ein Weihnachtskonzert.

"Die Atmosphäre im Forum Wasserturm passt perfekt zu uns", sagen die sieben Musiker um Sängerin Melanie Wensky (37). "Wir hoffen, dass Jung und Alt an diesem Abend gemeinsam feiern", sagen die beiden Police-Fans Markus Dorlöchter (45, Gitarre) und Peter Dirkmann (47, Keyboard), die vor zwölf Jahren zur Gründungsformation gehörten. "Damals waren wir noch zu Elft", sagt Dorlöchter. "Aus der Enge auf der Bühne ist unser Name entstanden."

Viele andere Bands hätten sich in den sieben Jahren bereits zwei- oder dreimal zerstritten und die Besetzung gewechselt. Doch "Mammaplatzda" tritt nun schon seit 2009 in unveränderter Besetzung auf. Bislang jüngste Veränderung war vor sieben Jahren der Zugang von Frontfrau Melanie Wensky. Wie man es schafft, sich nach so langer Zeit immer noch zu verstehen? Die Antwort gibt der Umgangston im Proberaum: Da gehören Ironie, Sarkasmus und Witzeleien dazu, da haut jeder dem anderen verbal ins Kreuz, das nimmt aber keiner dem anderen übel, weil die Band über eine starke innere Harmonie verfügt. "Wir nehmen uns nicht so ernst", sagen sie.

Das Alleinstellungsmerkmal von "Mammaplatzda" ist die Percussion, die Uli Stavermann (54) bedient. Außerdem gehören zu dem Septett Roman Tichelkamp (47, Gesang), Peter Pajonczyk (49, Schlagzeug), Frank Sevens (53, Bass) und Rainer Dzaack (55, Ton und Licht). "Mammaplatzda" spielen jährlich zwölf, 13 Konzerte in der Region, verfügen über eine gewisse Routine. Sie wissen genau, wie sie das Publikum auf ihre Seite ziehen können, welche Stücke bei den Gästen gut ankommen, wie die Spannungskurve bei ihrem Auftritt aussehen muss. Knapp 100 Lieder umfasst ihr Repertoire. "40 gehören zur engeren Auswahl", sagt Tichelkamp. Die werden sie den Lankern am Samstag präsentieren. "Es gibt viele Stücke, die wir im Halbschlaf spielen können." Die Auswahl reicht von Gossip über Chris Rea, Gerry Rafferty, Dennis Edwards, Jennifer Rush und Katy Perry bis zu Max Giesinger und Snow Patrol. Zwar bedient sich die Formation frei und ungezwungen aus dem großen Topf teils unvereinbar scheinender Stilrichtungen, adaptiert diese Fremdkompositionen aber auf unverwechselbare Weise, ohne dass der Wiedererkennungseffekt verlorenginge.

Die Lanker machen Poprock und spielen die Hits von Ende der 70er Jahre bis heute. "Mit einem leichten Hang zur B-Seite", wie sie betonen. "Wir haben auch mal ein eher ungewöhnliches Stück dabei, das auf der Bühne aber gut funktioniert." Dorlöchter beschreibt ihre Kunst so: "Es ist handgemachte Musik mit Herz, keine Schlager, kein Rumtata, kein Jedöns. Helene Fischer können wir nicht. Wir nehmen unser Hobby sehr ernst, wollen anspruchsvolle Musik machen."

Die Probendisziplin kann sich sehen lassen: Mindestens einmal in der Woche ziehen sie sich für einige Stunden in ihren Proberaum an der Uerdinger Straße zurück und tüfteln mit perfektionistischer Liebe zum Sound-Detail an den Songs. Ihr Ziel ist es, noch so lange wie möglich miteinander auf der Bühne oder zumindest im Proberaum zu stehen.

(RP)