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Meerbusch: Haus Wellen weicht Wohnhäusern

Meerbusch : Haus Wellen weicht Wohnhäusern

Einstimmig genehmigte der Planungsausschuss den Entwurf zur Bebauung des Grundstücks an der Rheinfähre in Langst-Kiest

Der Abriss der Langst-Kierster Traditionsgaststätte "Haus Wellen" war bereits bewilligt. Nun hat der Planungsausschuss auch die Genehmigung zur Neubebauung des ufernahen Grundstücks zwischen der K9 und dem Rheindeich erteilt. Dort werden fünf großzügige Einfamilienhäuser entstehen.

Das zuständige Planungsbüro ISR Stadt und Raum hatte im Ausschuss einen überarbeiteten Entwurf präsentiert. Mit einer jeweiligen Gesamtfläche zwischen 450 und 850 Quadratmetern und einem Wohnraum von bis zu 220 Quadratmetern sollen die maximal zweigeschossigen Einfamilienhäuser zwar geräumig sein, das traditionelle Ortsbild jedoch nicht beeinflussen. Vor allem die Fassaden und Dächer der neuen Häuser boten im vergangenen Oktober im Ausschuss reichlich Diskussionsstoff. In dem Modell wurden die Wohnhäuser teilweise mit einem Flachdach oder einem Satteldach dargestellt. "Flache Dächer passen überhaupt nicht in das Gesamtbild", kritisierte damals Werner Damblon von der CDU-Fraktion. Auch die ortstypischen Fassaden aus rötlichem Klinkerstein sollten berücksichtigt werden, damit es nicht zu einem architektonischen "Bruch" kommt. "Wir sind grundsätzlich für den Bau", sagte auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Peters. "Da diese Häuser jedoch ohnehin schon sehr groß sind, müssen sie sich zumindest in der Bauweise in den Ort einfügen."

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Eben diese Forderungen des Ausschusses wurden in der neuen Planung berücksichtigt — Satteldächer und, zum Großteil, Klinkerstein prägen das geplante Erscheinungsbild der neuen Wohnsiedlung. Die Fahrbahn an der Straße Zur Rheinfähre soll nicht verbreitert, ein Rad- und Fußweg jedoch zusätzlich angelegt werden, um die beliebte Ausflugsroute zu erhalten. "Es ist schön, dass den Ausschussforderungen entsprochen wurde", so Damblon. Knapp 30 Jahre hatten Brigitta und Karl Wellen die Gaststätte betrieben; seit 1852 war das Haus im Familienbesitz. Zum Jahresende hatte das Ehepaar den Betrieb aufgeben müssen, da sich innerhalb der letzten eineinhalb Jahre kein passender Nachfolger für den Betrieb fand. Im Oktober hatte der Heimatkreis Lank noch vergeblich um ein Eintragungsverfahren gebeten, damit das Gasthaus unter Denkmalschutz gestellt wird. Der Ausschuss hat die Genehmigung einstimmig erteilt. Im nächsten Schritt sollen die Pläne öffentlich ausgelegt werden. Die Gaststätte, also Haupthaus samt Anbau, werden abgerissen.

(RP)