Meerbusch Haus Schackum: Unterstand bleibt erhalten

Meerbusch · Nach der Diskussion über den Abriss der Remise soll dies dem Unterstand auf dem nördlichen Bereich nicht blühen. Er wird nun instandgesetzt. Auf der Hofanlage, die ihren historischen Charakter bewahren soll, entstehen zehn Wohneinheiten

 So soll es nach dem Umbau der Hofanlage Schackum in den neu entstehenden Wohnungen aussehen. Alte Balken und eine historische Ziegelmauer werden mit modernen Elementen - wie hier in der Scheune - kombiniert.

So soll es nach dem Umbau der Hofanlage Schackum in den neu entstehenden Wohnungen aussehen. Alte Balken und eine historische Ziegelmauer werden mit modernen Elementen - wie hier in der Scheune - kombiniert.

Foto: Pixelbau

Die Hofanlage Haus Schackum in Büderich soll möglichst ihren historischen Charme behalten. Das ist dem Eigentümer des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wichtig. Deshalb werden Elemente wie etwa die einstigen Treppengiebel wieder hergestellt. Diese entstehen aber teilweise nicht auf moderne Art und Weise, sondern "wir greifen auf bewährte traditionelle Techniken und historische Materialien zurück", erläutert Architekt Stephan Strauß. Somit wird etwa mit Feldbrandziegeln wie im 19. Jahrhundert ein Treppengiebel auf dem ehemaligen Stall gemauert. Das Haupthaus wird mit einer verputzten Variante aufgewertet. Im Frühjahr 2015 soll das gesamte Bauprojekt abgeschlossen werden. Auf der Hofanlage entstehen zehn Wohneinheiten, die künftig vermietet werden.

 So sieht das Haupthaus derzeit aus. Es erhält als Anbau einen Wintergarten und eine Loggia.

So sieht das Haupthaus derzeit aus. Es erhält als Anbau einen Wintergarten und eine Loggia.

Foto: Strauß

Neben den Treppengiebeln, die wieder ergänzt werden, wird auch viel Wert darauf gelegt, dass auch weiteres Historisches erhalten bleibt. So sollen etwa Torbögen und preußische Kappendecke bestehen bleiben. Und nicht nur das. Sie sollen auch sichtbar sein. Der Charme des Alten soll sich mit dem Modernen vermischen. "Im Stall beispielsweise werden die alten Rundstützen erhalten bleiben und in die neu entstehende Wohnung integriert werden", erläutert der Architekt. Im Haupthaus aus der Gründerzeit werden die Stuckdecken und die Treppe mit historischen gedrechselten Pfosten restauriert. Im Außenbereich soll der noch vorhandene Graben wieder besser sichtbar gemacht werden. Er gehöre mit zu dem Bild von Haus Schackum.

Nicht ausgebaut hingegen wird das Dachgeschoss. "Dort möchte der Eigentümer den ursprünglichen Zustand erhalten, damit das Bild des Hofes nicht verfälscht wird", sagt Strauß und erläutert. "Ansonsten müssten etwa mehr Fenster ins Dach eingebaut werden."

Für Diskussionsbedarf in der Politik sorgte zuletzt der Unterstand, der sich auf dem nördlichen Bereich befindet (sichtbar vom Röttgenweg aus). Die UWG hatte im vergangenen Kulturausschuss ihre Sorge geäußert, dass der Unterstand abgerissen wird. Architekt Stephan Strauß gab auf Anfrage der Rheinischen Post an: " Er ist in keinem guten Zustand, aber wir werden ihn instandsetzen. Jedoch soll er künftig nicht als zusätzlicher Wohnraum dienen." Nicht jeder Quadratmeter des Grundstücks solle laut Eigentümer ausgebaut werden.

Insgesamt entstehen zehn Wohneinheiten auf der Hofanlage Schackum. Drei Wohnungen, jeweils zwischen 180 und 220 Quadratmetern, werden in der alten Scheune untergebracht. Vier weitere entstehen im Stall über zwei Etagen. Sie werden eine Größe von jeweils zwischen 140 und 230 Quadratmeter haben. Im Neubau, der dort entstanden ist, wo einst die Remise gestanden hat, werden zudem zwei Wohnungen (100 bis 110 Quadratmeter) eingerichtet. "Sie sind nahezu barrierefrei", sagt Strauß. Der Neubau befindet sich im westlichen Teil des Hofes Richtung Golfplatz. Neben den Wohnungen wird zudem das Haupthaus vermietet (240 Quadratmeter). In einem zusätzlichen Gebäude der Hofanlage wohnt weiterhin der Pächter von Haus Schackum.

Der Außenbereich des Hofes wird ebenfalls neu gestaltet. Vor dem Haupthaus soll ein Vorgarten angelegt werden. Zudem wird die Gartenanlage rund um den Hof aufgewertet. Es wird beigepflanzt, und es entstehen Hecken. "Wir haben viele Bäume zuvor entfernen müssen, die mit ihren Wurzeln bereits das Mauerwerk des Hofes beschädigt haben", sagt Strauß. "Diese wollen wir im Herbst und nächstes Frühjahr ersetzen." Dabei solle eine Art offener Park entstehen. "Es ist dem Eigentümer sehr wichtig, dass auf dem Hofgelände nicht parzelliert wird wie in einer Reihenhaussiedlung", sagt der Architekt. "Er legt Wert auf ein Miteinander, eine Hofgemeinschaft." Im Innenhof wird ein Lindenkarree mit Bänken entstehen, das als Aufenthaltsbereich gedacht ist.

(RP)