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Meerbusch: Haus Meer: Streitfall Hotel

Meerbusch : Haus Meer: Streitfall Hotel

Die Regent-Hotel-Gruppe ist am Haus-Meer-Areal interessiert und würde dort gern ein 76-Betten-Luxushotel bauen. Bereits in der Anfangsphase erntet der Plan im Kulturausschuss heftige Kritik der Grünen.

Jahrelang tat sich auf dem Haus- Meer-Grundstück nicht viel. Jetzt hat die Regent-Gruppe Interesse angemeldet, am Platz des zerstörten Schlosses und der Remise ein Luxushotel mit 76 Betten und 8500 Quadratmeter Nutzfläche zu errichten. Die Planung befindet sich im Anfangsstadium. Noch ist nicht klar, wie der Bau aussehen könnte. Ein erstes Modell soll der Politik (die auch letztlich entscheidet) demnächst vorgestellt werden,

Doch es gibt bereits Ärger: Die Grünen machten im Kulturausschuss klar, dass sie die Hotelplanung für überdimensioniert halten. "Die Planung ignoriert alles, was in den letzten zehn Jahren passiert ist", sagte Irmtraud Richter. Sie mutmaßte, dass die Hotel-Tiefgarage die denkmalgeschützten Grundmauern der Anlage zerstören und die Zufahrt einen Teil des Gartens planieren werde. Ein Neubau sollte nur auf den alten Grundmauern entstehen und sich am Volumen der einstigen Gebäude orientieren. Irmtraud Richter: "Stattdessen soll jetzt der Grundriss erweitert und noch ein Riegel davor gesetzt werden". Das widerspreche allem, was die Politik in den vergangenen Jahren entschieden habe. Jörg Schleifer (FDP) kritisierte die Idee ebenfalls: "Diese Planung ist nicht genehmigungsfähig".

Investor plant nicht "Klein-Klein"

Planungsdezernent Dr. Just Gérard überraschte die Kritik: "Wir reden doch erst darüber, ob diese Planung die Grundlage für weitere Diskussionen sein kann". Es sei völlig normal, dass der Investor nicht mit "Klein-Klein"-Plänen, sondern mit einem "hochrangigen" Entwurf in die Diskussion gehe und am Ende ein Kompromiss stehen würde.

Gérard möchte die Hotel-Idee von den zuständigen Fachämtern auf Genehmigungsfähigkeit prüfen lassen, unter anderem von der Bodendenkmalpflege. Dabei soll auch festgestellt werden, ob der Bauherr Anspruch auf Denkmalschutz-Fördergelder hätte. Gérard erinnerte daran, dass der Park im Zusammenhang mit Kloster-, beziehungsweise Schloss-Gebäuden geplant worden sei. Viele Sichtachsen liefen auf das Schloss zu. "Der Park war nie ohne Gebäude konzipiert. Ohne Bebauung ist das Areal sozusagen amputiert", so Gérard. Er bat um Geduld, bis das Modell fertig ist.

Georg Neuhausen (SPD) sieht es "als positiv, dass wir jetzt so weit sind". Er ist gespannt, ob es Ansätze für eine Weiterentwicklung des Geländes gibt. "Wir wollen wissen, wie groß und wie wuchtig das Hotel werden soll", ergänzte Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD). "In einigen Wochen sind wir schlauer", so das Fazit von Franz-Josef Radmacher (CDU).

(RP)