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Meerbusch: Haus Meer: Regent-Hotelgruppe lässt neue Pläne erarbeiten

Meerbusch : Haus Meer: Regent-Hotelgruppe lässt neue Pläne erarbeiten

Der Investor hat ein neues Architekturbüro aus Korschenbroich mit der Planung beauftragt. Bereits im Sommer soll es eine mit dem Denkmalschutz und der Politik abgestimmte Fassung geben

Alles auf Anfang: Die Regent-Gruppe hat sich von ihren bisher vorgelegten Plänen für ein Luxus-Hotel auf dem denkmalgeschützten Gelände von Haus Meer verabschiedet, will jedoch grundsätzlich am Bau eines Luxus-Hotels dort festhalten. Mit den entsprechenden Planungen ist seit zwei Wochen ein neues Architekturbüro — "ottenarchitekten" aus Korschenbroich — betraut. Das teilte Planungsdezernent Just Gérard jetzt im Kulturausschuss mit.

Bereits im Sommer will die taiwanische Hotelgruppe ein mit Denkmalschutzbehörden und Meerbuscher Politik abgestimmtes Vorkonzept vorliegen haben. "Der Zeitplan ist knackig", sagte Gérard im Ausschuss. Er rechnet damit, dass spätestens nach den Osterferien präsentationsfähige Pläne vorliegen müssen, um das Vorkonzept bis zum Sommer abgestimmt zu haben.

"Ich bezweifle, dass dieser Zeitplan zu halten sein wird", sagte Georg Neuhausen (SPD). Grundsätzlich sei die Beauftragung eines neuen Architekturbüros ein gutes Signal. "Ich hoffe, dass nun die Belange des Denkmalschutzes mehr gewürdigt werden." Die FDP sieht das auch weiterhin kritisch: "Das Hauptproblem ist der Umfang der Bebauung", sagte Ratsherr Jörg Schleiffer.

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Als Untergrenze für einen wirtschaftlichen Hotelbetrieb gelten nach Auskunft von Gérard 80 Betten. Der entsprechende Baukörper des Hotels würde deshalb aber voraussichtlich von den Grundrissen des alten Schlosses und der Remise abweichen. Problem: Im Boden vermuten Archäologen mögliche wertvolle Funde.

Bei einem Vorgespräch im Rheinischen Amt für Denkmalpflege wurde deshalb mit dem Investor vereinbart, dass entsprechende Bodensondierungen vorgenommen werden sollen.

"Wir verstehen uns als Vertreter des Machbaren", sagt Architekt Martin Dielen, Geschäftsführer von "ottenarchitekten". "Bei dem Projekt Haus Meer wird es darum gehen, was man realistisch machen kann, ohne den Beteiligten auf die Füße zu treten." Das Büro hat zwar auch Erfahrungen im Denkmalschuitz — beispielsweise bei der Umwidmung des Schlachthofs Chemnitz zum Einkaufszentrum Sachsenallee — ist aber überwiegend im gewerblichen Bereich zu Hause. Das Projekt "Haus Meer" sei "eine Herausforderung", sagt Dielen. "Es scheint aber einen Weg zu geben, wie man erfolgreich ans Ziel kommt."

Auch die Denkmalschutzbehörde hat in einem zweiten Vorgespräch vor fünf Tagen Entgegenkommen signalisiert. "Wenn der Investor rechtliche Zwänge nachweist, könnte das Amt für Denkmalpflege unter gewissen Voraussetzungen wohl auch einer Norderschließung zustimmen", berichtete Gérard. Einen Termin für ein weiteres Treffen von Investor, Architekten, Stadtverwaltung und Denkmalschützern gibt es noch nicht.

(RP)