Meerbusch Haus Meer: Politiker kritisieren Investor

Meerbusch · Die Neugestaltung des Herrenhauses in Büderich war jetzt erneut Thema im Kulturausschuss. Die Regent-Gruppe, die dort ein Hotel bauen will, trifft sich im Januar erstmals mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege

 Rund 1900 Quadratmeter Grundfläche hatten Schloss und Remise von Haus Meer. Das geplante Hotel der Regent-Gruppe soll 2700 Quadratmeter haben. Vorgabe ist, den Bau dem Denkmalschutz anzupassen.

Rund 1900 Quadratmeter Grundfläche hatten Schloss und Remise von Haus Meer. Das geplante Hotel der Regent-Gruppe soll 2700 Quadratmeter haben. Vorgabe ist, den Bau dem Denkmalschutz anzupassen.

Foto: Ulli Dackweiler

Ein Hotel mit 80 Zimmern soll dort entstehen, wo sich Haus Meer einst in seiner ganzen Pracht erstreckte — das ist der Plan der Regent-Gruppe. Kritik gibt es dafür von Meerbuschs Politikern: Zu wenig habe der Investor den Fokus auf den Denkmalschutz des zum Teil noch erhaltenen Gebäudes gerichtet, lauten die Vorwürfe.

Im Januar will sich dieser deshalb erstmals mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege treffen und sein Konzept verändern. Das teilte Planungsdezernent Just Gérard jetzt im Kulturausschuss mit. "Dem Investor ist bewusst geworden, dass der Denkmalschutz doch eine wesentliche Rolle in seinen Plänen für Haus Meer spielen muss. Deshalb will er nun auch enger mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege zusammenarbeiten", so Gérard. Zusätzlich habe die Hotelgruppe ein weiteres Architekturbüro engagiert, das auf Denkmalschutz spezialisiert sei.

Bei den meisten Mitgliedern des Ausschusses herrscht dennoch weiter Unverständnis über das Vorgehen der Gruppe: "Seit zwei Jahren diskutieren wir über dieses Projekt. Und in all der Zeit hat der Investor nicht einmal mit dem Amt für Denkmalpflege gesprochen? Das macht keinen Sinn", sagt Jörg Schleifer von der FDP. Seine Fraktion überlege daher, Anträge für eine alternative Nutzung von Haus Meer zu stellen. Ähnlich sieht es Ingrid Maas von den Grünen: "Dem Investor wurde doch von der Verwaltung deutlich gemacht, dass er den Denkmalschutz beachten muss. Da er das so wenig getan hat, gehe ich davon aus, dass er daran auch kein Interesse hat." Christa Buers von der SPD-Fraktion bezweifelt sogar, dass die Stadt von der Hotelgruppe ernst genommen wird.

Lediglich die CDU stellt sich schützend vor die Regent-Gruppe: "Wir alle beschäftigen uns seit gut 15 Jahren mit allen Gegebenheiten rund um das Haus Meer. Der Investor tut dies erst seit zwei Jahren, wir müssen ihm etwas Zeit lassen", sagt Thomas Jung.

Und auch der Planungsdezernent verteidigte das Vorgehen des Investors: "Ich glaube, er war am Anfang so sehr von seinem Konzept überzeugt, dass er auch dachte, er hätte den Denkmalschutz genügend beachtet", sagt er. Nun müsse der Investor alles von einem neuen, völlig anderen Blickwinkel betrachten. "Ein Gebäude zu entwerfen oder Pläne an schon Vorhandenes anzupassen, sind völlig verschiedene Dinge" so Gérard. Zuversichtlich blickt er deshalb auf das Treffen im Januar, ist ihm doch auch bewusst: "Wir haben derzeit keine Alternative für Haus Meer."

(RP)
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