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Meerbusch: Haus Meer: Investor droht mit Rückzug

Meerbusch : Haus Meer: Investor droht mit Rückzug

Im Kulturausschuss fand René Wilms, Vertreter der Regent-Gruppe, gestern Abend deutliche Worte: "Wenn das nicht bis nächstes Jahr was wird, sehen Sie uns hier nie wieder".

Gestern Hongkong, heute Meerbusch: René Wilms, bei der taiwanischen Regent-Hotelgruppe zuständig für den Bau neuer Hotels, ist ein weit gereister Mann. Gestern saß er im Meerbuscher Kulturausschuss, wo die Pläne für den Neubau eines 80-Betten-Hotels auf dem Gelände von Haus Meer vorgestellt wurden. Wilms kündigte an: "Wenn das nicht bis nächstes Jahr was wird, sehen Sie mich hier nicht mehr."

Fast jede Woche erreichten ihn kritische Berichte zu dem Bauprojekt aus Meerbusch. Langsam seien das Vorhaben und der Widerstand gegenüber der Geschäftsführung nicht mehr zu rechtfertigen.

Die Pläne sind jedenfalls so gut wie fertig und wurden gestern noch mal auf den neuesten Stand gebracht. In Kurzform: Man habe sich bemüht, den Denkmalschutz so weit wie möglich zu berücksichtigen, so der Investor. Auf dem Areal, wo früher das Schloss stand, soll ein Hotel mit 80 Betten entstehen. "Ein kleineres lohnt sich für uns nicht" — das wurde vom Investor mehrfach und sehr deutlich betont. Erhalten bleibe die historische Immunitätsmauer, die mit dem Neubau verbunden wird.

Neu: Es gab zwei Ansichten der Fassade zu sehen. Einmal mit Satteldach — dann wird das ganze Gebäude etwas höher als 16,50 Meter. Und einmal als Flachdach — dann würde das Hotel etwas niedriger ausfallen. Auf jeden Fall — das betonten Vertreter der Regent-Gruppe — bleibe das Hotel in der Höhe in den Dimensionen des historischen Schlosses und werde maximal 80 Zentimeter höher.

Offenbar sind die 80 Zimmer je nach Dachtyp auf drei oder vier Geschosse verteilt. Die Fassaden sind mit viel Glas verkleidet und sehen aus, als wären sie von hellbraunen Sandstein eingefasst. Noch sind die Pläne aber nicht mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abgestimmt. Deshalb durften sie auch gestern Abend noch nicht fotografiert werden. Der städtische Planungsdezernent Just Gérard sah die Skizzen samt Fassadengestaltung gestern Abend zum ersten Mal.

Dennoch: Gérard steht den Umbauplänen durchaus wohlwollend gegenüber. "Das ist denkmalpflegerisch eine gute Kompromisslösung", sagte der Dezernent. Pluspunkte seien: Die Immunitätsmauer bleibe erhalten, die historischen Wege im Garten würden wiederhergestellt. Gerard machte deutlich, dass eine andere Nutzung des Geländes — etwa Wohnbebauung — durch die Bezirksregierung ausgeschlossen sei. Den Politikern gab der Planungsdezernent auf den Weg: "Eine Bebauung nur in der Größe des alten Schlosses ist wirtschaftlich nicht machbar". Man müsse nun die "Emotionen" zurückfahren und auf einer sachlichen Ebene miteinander diskutieren. Der Eigentümer eines Denkmals habe im Übrigen auch das Recht, das Denkmal "in Ehren zugrunde gehen" zu lassen, so Gérard. Es gebe sogar eine gesetzliche Verpflichtung, nachdem der Denkmaleigentümer "wirtschaftlich operieren" können müsse, so Gérard weiter. Das Thema kommt nächste Woche in den Planungsausschuss.

(RP)