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Meerbusch: Haus Meer: Das sind die neuen Hotelpläne

Meerbusch : Haus Meer: Das sind die neuen Hotelpläne

Der Investor hat gestern deutlich denkmalgerechtere Entwürfe bei der Stadt eingereicht. Sie berücksichtigen das Bodendenkmal und erhalten die Sichtachsen des Parkentwurfs von Joseph Clemens Weyhe

Zur endgültigen Abstimmung der neuen Hotelpläne für Haus Meer ist der Präsident der taiwanischen Regent Hotels & Resorts, Ralf Ohletz Graf von Plettenberg, extra nach Deutschland gereist. Gestern reichten Dagmar Jeromin als Vertreterin des Investors und die Architekten Martin Dielen und Ioannis Moussios die Planunterlagen fürs weitere Verfahren bei der Stadtverwaltung ein. Die bisherigen Hotelpläne hatten harsche Kritik bei SPD, FDP und zum Teil den Grünen ausgelöst.

In einem kritisierten Punkt unterscheiden sich die neuen Pläne nicht von den bisherigen: Der Baukörper des Hotels weicht deutlich von den Grundmauern des 1959 gesprengten Schlosses ab. 1900 Quadratmeter Grundfläche hatten Schloss und Remise, 2700 Quadratmeter soll das neue 80-Betten-Luxushotel haben. Von dem insgesamt 74 000 Quadratmeter großen Gartendenkmal würden knapp vier Prozent dem Bau zum Opfer fallen — allerdings im nördlichen Teil. Ob das ein Ausschlusskritierium für die Planung ist, wird der Stadtrat entscheiden müssen.

Zahlreiche andere Kritikpunkte an den bisherigen Planungen räumt der neue Entwurf aus: Die Erschließung soll nun von Norden her erfolgen; so bleibt die historische Immunitätsmauer komplett erhalten. "Dieser Zufahrtsweg hat den Vorteil, dass die Fahrzeuge vom Park aus nicht zu sehen sein werden", sagt Architekt Dielen. Grund: Das Gelände fällt an der Stelle drei bis fünf Meter tief ab.

Ebenfalls neu: Das mehr als 100 Seiten starke Parkpflegewerk wird deutlich stärker berücksichtigt als in den bisherigen Planungen. Nahezu sämtliche Sichtachsen des von Clemens Friedrich Weyhe geplanten Parks bleiben erhalten, auch der von ihm konzipierte Weiher soll entstehen — darunter ist die Tiefgarage des Hotels geplant. Der Neubau greift die bisherige Form des Schlosses auf, geht Richtung Norden jedoch über die alten Grundmauern hinaus. "Der Gesamtgrundriss ist so angelegt, dass er sich harmonisch ins Parkpflegewerk einfügt", sagt Jeromin.

Der vom vorherigen Architekten ersonnene zusätzliche Flügel in Bogenform ist passé. "Allerdings haben wir Süd- und Westflügel ganz bewusst an eine andere Stelle gesetzt, weil sich an der bisherigen Stelle erhaltenswerte Gewölbekeller befinden", erklärt Dielen. Gewölbekeller sollen erlebbar gemacht werden, indem das Spa die historische Bausubstanz aufnimmt.

Auch das einstige Kloster der Hildegundis von Meer, etwas westlich des alten Schlosses, soll wieder erkennbar werden — die Grundmauern sollen als Pflasterbild dargestellt werden. Für die Denkmalschützer wichtig: "Beim Hotelkomplex werden wir die Höhen des alten Schlosses übernehmen", kündigte Architekt Dielen an. Spätestens Ende September sollen auch Entwürfe der Fassadengestaltung und ein Massemodell vorgelegt werden.

(RP)