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Meerbusch: Haus Meer: Agnes letzter Versuch

Meerbusch : Haus Meer: Agnes letzter Versuch

Planungsdezernent Dr. Just Gérard hatte einen schweren Stand. Die Politiker im Kulturausschuss erwarten Ergebnisse vom Vorsitzenden des Arbeitskreises Haus Meer. Schnell soll es gehen, so der allgemeine Tenor. Dabei ist der aktuelle Stand so weit wie schon lange nicht mehr in der unendlichen Geschichte um das alte Klostergelände.

Zwei Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstücks, Roland Agne, habe es gegeben, berichtet Gérard. In den nächsten Tagen erwartet er konkrete Pläne, die die Interessenten für das Grundstück mit Agne abgestimmt haben. "Dann werde ich den Arbeitskreis einladen", so Gérard.

Interessiert an dem Grundstück ist die Regent-Hotel-Gruppe, die für ihre kleinen, aber feinen Objekte im hochpreisigen Segment einen geeigneten Standort sucht. "Auf dem Gelände von Haus Meer finden sie alles", so Gérard. Der Standort sei "historisch, romantisch, reich" und habe mit der Nähe zu Düsseldorf eine gute Infrastruktur. "Das ist ein Nischen-Projekt", so Gérard, beidem die weichen Standortfaktoren nicht hoch genug bewertet werden können.

Sobald die Pläne vorliegen, würde die Verwaltung prüfen, ob sie genehmigungsfähig sind. Die Auflagen des Denkmalschutzes sind hoch. Dann folge im nächsten Schritt die Prüfung, ob sie auch zustimmungsfähig sind. Die politischen Vorgaben sind im Kooperationsvertag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen gelegt. Danach soll es eine wirtschaftliche Nutzung geben, bei der der Park öffentlich bleibt. In diesem Zusammenhang könne man auch über einen Teilerwerb des Parks nachdenken, fügte Ausschussvorsitzender Franz-Josef Radmacher hinzu, der ein Herz für dieses historische Ensemble hat.

Georg Neuhausen, der die SPD im Arbeitskreis vertritt, bestätigte den Status Quo, mahnte aber mit Blick auf den bevorstehenden Winter Sicherungsmaßnahmen an. Besonders die Immunitätsmauer müsse gestützt werden – ein Ruf, in den FDP und Grüne gern einstimmten, auch in dem Wissen, dass dies Sache des Eigentümers ist. "Solange keine Gefahr in Verzug ist, können wir nichts machen", sagt Gérard.

Reinhard Lutum (Denkmalbehörde) machte nach mehreren Monaten das Schreiben des Landeskonservators an den Bund öffentlich, worin es heißt, dass Haus Meer als Gesamtensemble von "überregionaler Bedeutung ist". "Das lässt auf Bundesmittel hoffen", so Lutum.

Ein Faden, den Ingrid Maas von den Grünen gern aufnahm und verfolgt wissen will. "Wir können nicht alle nur auf den Investor starren. Wir müssen weiter auch andere Wege verfolgen, Haus Meer zu entwicklen", so die Juristin, deren Partei – wie alle anderen auch –ebenfalls im Arbeitskreis sitzt.

(RP)