Meerbusch: Haifischflossen in Ilverich

Meerbusch : Haifischflossen in Ilverich

Beim dritten US-Car & Harley-Treffen der V8-Freunde Meerbusch konnten die Besucher Autos bestaunen, die für 100 Kilometer 25 Liter Super benötigen – dafür aber den Besitzern ein Gefühl von Freiheit, Weite und Entschleunigung geben.

Beim dritten US-Car & Harley-Treffen der V8-Freunde Meerbusch konnten die Besucher Autos bestaunen, die für 100 Kilometer 25 Liter Super benötigen — dafür aber den Besitzern ein Gefühl von Freiheit, Weite und Entschleunigung geben.

Dicke Staubwolken vernebeln die Sicht, die Vibrationen der dicken V8-Motoren sind über den Boden zu fühlen. Es riecht nach Benzin und Barbecue. Menschen begrüßen sich, bleiben staunend stehen oder genießen in einem Liegestuhl einfach nur die Sonne, die vom Himmel brennt. Mitten im Getümmel steht Frank Bühning. Er soll die ankommenden Autos und Motorräder sortieren, auf einen Parkplatz einweisen. Die werden beim 3. "US-Car & Harley Treffen" der V8 Freunde Meerbusch so langsam knapp. Es ist Samstagnachmittag — und noch immer wollen viele stolze Autobesitzer auf die Ilvericher Festwiese gelangen, um ihre blitzenden und blinkenden Schlachtschiffe den Zuschauern zu präsentieren.

Die üppigen US-Luxuskreuzer stehen für ein bestimmtes Lebensgefühl. Freiheit, Weite, Entschleunigung. Wer die USA mit dem Auto bereist, hat es nicht eilig. "Das ist ein weites, großes Land. Deswegen werden die Autos und Motorräder vor allen Dingen nach einem Kriterium konzipiert: Zuverlässigkeit", sagt Oliver Schmidt. Er hat seine erste Harley schon seit vielen Jahren — und hatte noch nie eine Panne.

Dennoch ist es nicht nur die Zuverlässigkeit, die die Fans der US-Cars und Bikes begeistert. Blitzende Chromteile, ausladende Heckflossen. Wie bei dem 57er Chevy Bel Air, vor dem Isabel und Martin Sakendorf stehen. Sie haben sich mit ihrem Sohn Gustavo mit dem Fahrrad von Büderich aus auf den Weg nach Ilverich gemacht, schauen sich dort die Autos an, genießen bei einem Bierchen das bunte Treiben auf dem Platz. Sie sind Wiederholungstäter, in Neuss waren sie beim Treffen der V8-Freunde auch schon zu Besuch.

500 bis 600 Wagen, so schätzen die Veranstalter, besuchen am Wochenende das Treffen in Ilverich. Natürlich nicht gleichzeitig, es herrscht ein stetiges Kommen und Gehen. Wie viele Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer die schicken Straßenkreuzer bestaunen, ist nicht abschätzbar, da für Zuschauer kein Eintrittsgeld erhoben wird.

Sie können sich an den zumeist alten Chevrolets, Pontiacs und Dodges kaum sattsehen. "Schau Dir einfach mal die ganzen Verzierungen, den ganzen Nippes an. Diese Autos sind nicht nur funktionell, sie sind verschwenderisch. Die Fahrer sollen sich wohl fühlen, weil ihr Auto schön aussieht", sagt Frank Bühning von den V8-Freunden. Er ist seit drei Jahren bei dem Klub, "Es ist die Größe der Autos und der Sound, der mich fasziniert." Er selbst fährt einen Dodge Ram als Alltagsfahrzeug. "Da hält sich der Verbrauch noch in Grenzen", sagt der Mechaniker. So viel Glück hat Georg Bogdan von den V8-Amigos aus Duisburg nicht. Sein Wagen, ein Ford Mercury Cougar verbraucht 25 Liter Super auf 100 Kilometern. Kein Wagen für den Alltag. Bogdan: "Er ist ein teures Hobby."

(emai)