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Meerbusch: Händler lehnt Cent-Münzen ab

Meerbusch : Händler lehnt Cent-Münzen ab

Das Schreibbedarf-Geschäft Brinkhaus in Lank-Latum nimmt keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr an. Auslöser war der Abbau eines Münzautomatens der Sparkasse. Das Gerät rechne sich nicht, argumentiert das Kreditinstitut.

Lank-Latum Das Kupfergeld hat Thomas Brinkhaus noch nie gemocht. Als zum 1. Oktober die Sparkasse in Lank-Latum den Münzautomaten in ihrer Filiale abbaute, war für ihn das Maß voll. Er beschloss in seinem Geschäft an der Kaiserswerther Straße in Lank-Latum keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke mehr anzunehmen. "Für das Einzahlen müsste ich sonst in die nächste Filiale nach Osterath fahren", sagt Brinkhaus. Auf diesen Weg will er mit der neuen Reglung verzichten.

Renate Feyerabend vom Schreibwaren-Geschäft Brinkhaus zeigt das Schreiben, mit der die Kunden über die Regelung informiert werden. Auch gerollte Münzen nimmt die Sparkasse nicht mehr an. Foto: Ulli Dackweiler

"97 Prozent der Kunden haben Verständnis dafür, dass wir keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr annehmen", sagt Brinkhaus. Ohnehin gäben er und seine Mitarbeiter kaum dieses Kleingeld heraus, da es nur bei drei bis vier Produkten in seinem Sortiment nötig sei. Werden diese Zeitschriften von Kunden gekauft, gibt er ihnen das entsprechende Kleingeld.

120 Euro ergeben 23 Euro Gebühren

Brinkhaus ärgert das Vorgehen der Sparkasse. So habe er lange Zeit Kleingeld in Rollen bei dem Kreditinstitut abgegeben, doch das ist nicht mehr möglich. Auch die Einzahlung mit dem Münzautomaten habe seine Tücken gehabt: So ist die Einzahlung von 500 Münzen am Tag für Sparkassen-Kunden kostenfrei. Liegt man darüber, zahlt man mindestens 2,50 Euro beziehungsweise einen halben Cent pro Münze. Von dieser Regelung wusste Ali Odun jedoch nichts. Der Betreiber der Trinkhalle am Landsknecht zahlte in der Büdericher Sparkassen-Filiale 4667 gesammelte Münzen ein – und ärgerte sich, dass er von der Gesamtsumme von 120,11 Euro Gebühren in Höhe von 23,34 Euro zahlen musste.

Stephan Meiser, Sprecher der Sparkasse Neuss, sagt auf Anfrage, dass es bisher noch keine Beschwerden über die Einzahlung gegeben habe. Dass die Sparkasse Neuss Gebühren für die Annahme von Münzgeld erhebe, hänge mit den Werttransporteuren zusammen, die das Geld entgegen nehmen und an die Bundesbank transferieren. Ihre Gebühren seien in der Vergangenheit gestiegen, weshalb die Sparkasse habe reagieren müssen. "Bei vielen anderen Banken ist die Einzahlung von Münzgeld gar nicht mehr möglich", sagt Meiser.

Im Zusammenhang mit der Verwertungskette des Münzgeldes steht auch die Tatsache, dass die Sparkasse Neuss keine Münzrollen mehr annimmt. Denn das Kleingeld muss für die Bundesbank maschinell verpackt und in Vakuumfolie verschweißt werden. Dass es in der Filiale in Lank keinen Einzahl-Automaten mehr gibt, gehe darauf zurück, dass das Gerät nicht genug ausgelastet gewesen sei, so Meiser. Er bietet den Unternehmern an, das persönliche Gespräch mit der Sparkasse zu suchen. Gemeinsam könnten Lösungen gefunden werden.

Thomas Brinkhaus hat bereits einen Vorschlag. Seiner Meinung nach müssen die Ein- und Zwei-Cent-Münzen EU-weit abgeschafft werden. Das mache vieles leichter.

(RP)