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Meerbusch: Guttenberg bei Ossumer Adelshochzeit

Meerbusch : Guttenberg bei Ossumer Adelshochzeit

Vor dreieinhalb Jahren hat es gefunkt. Im Libanon, bei einem Hilfscamp der Malteser für schwer körperlich und geistig behinderte Kinder: Marie, damals 20-jährige Tochter von Michaela Freifrau von Heereman und Johannes Freiherr von Heereman aus Ossum-Bösinghoven, lernte Cornelius Freiherr von Schönau kennen.

Einige Wochen arbeiteten die beiden zusammen in dem Camp, dann trennten sich ihre Wege — bis sie sich bald darauf in Freiburg wiedertrafen. Marie, deren Mutter Diplom-Theologin und Mitglied des päpstlichen Rates für die Familie ist, schrieb sich dort an der Universität für Theologie und Latein ein, Cornelius studiert in Freiburg Volkswirtschaftslehre und Philosophie. Die beiden jungen Leute — sie Tochter des Präsidenten von Malteser International, er der Sohn engagierter Malteser — wurden ein Paar. Jetzt gaben sie sich das Ja-Wort.

Kampf mit dem Wind: Brautmutter Michaela Freifrau Heereman (links) hält die vier Meter lange Schleppe. Die hatte sie selbst schon an ihrem Brautkleid – ebenso wie ihre Mutter. Foto: Ulrich Brothagen

Eigentlich war dafür die Lanker Kirche St. Stephanus ausersehen — aber die erwies sich wegen der Renovierung des Seitenschiffs als zu klein: 500 Gäste waren zur Adelshochzeit geladen. Darunter auch Maries Cousin Karl-Theodor zu Guttenberg. Der ehemalige Verteidigungsminister reiste mit seiner Gattin Stephanie extra aus den USA an, um bei der Hochzeit dabei zu sein. Die Hochzeitsmesse wurde in St. Suitbertus in Kaiserswerth zelebriert. Marie erschien im weißen Brautkleid. Ihre Mutter gab ihr etwas aus ihrem Brautkleid mit: die Schleppe. Die hatte auch schon Maries Großmutter und Urgroßmutter bei ihren eigenen Hochzeiten getragen. Dann eine Schrecksekunde: Beim Aussteigen aus dem Auto verfängt sich die Schleppe im Wagen. Marie, in der rechten Hand den Brautstrauß aus gelben und roten Rotsen, lacht. Und ihre Mutter befreit sie aus dem Wagen. Maries Vater geleitet sie an den Altar. Zu ihrem Cornelius.

Schrecksekunde: Vor der Trauung blieb die Braut mit der Schleppe im Fahrzeug hängen. Foto: Ulrich Brothagen

Nach der Hochzeit setzen die Festgäste mit der Fähre nach Langst-Kierst über. In einer grünen, blumengeschmückten Kutsche, von zwei Schimmeln gezogen, fährt das Brautpaar zu Haus Gripswald. Auf dem Familiensitz der Heeremans gibt es im Garten einen Empfang für die Festgäste. Es dauert Stunden, bis alle dem strahlenden Paar gratulieren. So lange, dass bereits der Ball beginnt. Für den hat Michaela Freifrau von Heereman extra eine Scheune leer räumen lassen und liebevoll geschmückt. Einer der Festgäste seufzt: "Das ist die schönste Location im Großraum Düsseldorf."

(RP/rl)