IHK Meerbusch: Gute Aussichten für die Konjunktur

IHK Meerbusch: Gute Aussichten für die Konjunktur

Das Ergebnis der Konjunkturblitzumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein wurde jetzt präsentiert. Jeder zweite Betrieb in der Region ist mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden.

Die Konjunktur läuft auf Hochtouren. 50,9 Prozent der Betriebe sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden, nur 6,7 Prozent bewerten ihre Geschäfte negativ. Damit ist der Saldo zwischen positiven und negativen Einschätzungen seit Jahresbeginn von 39,6 auf 44,2 Punkte gestiegen. "Die Geschäftslage der Unternehmen hat sich somit zum dritten Mal in Folge verbessert und erreicht den höchsten Stand seit zwölf Jahren", erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.

"Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate deuten allerdings darauf hin, dass die Betriebe derzeit nicht mit einer weiteren merklichen Steigerung rechnen." Insbesondere bei den Exporten scheint der Höhepunkt erreicht zu sein.

Dies sind die Ergebnisse einer Konjunkturblitzumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein im April. Daran haben rund 350 Betriebe aus der Region teilgenommen. Die verbesserte Geschäftslage bestätigt die optimistischen Erwartungen der Vorumfragen und ist branchenübergreifend im Handel, im Dienstleistungsbereich und im produzierenden Gewerbe spürbar.

Dennoch sorgen unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen dafür, dass die Unternehmen etwas vorsichtigere Erwartungen für die kommenden Monate haben als noch in der Vorumfrage. 22,9 Prozent der Betriebe rechnen mit einer weiteren Belebung ihrer Geschäfte, 8,6 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft.

  • Rhein-Kreis Neuss : Digitalisierung: Kraftakt für Firmen

Eine große Mehrheit der Unternehmen erwartet also, dass die Geschäfte auf dem aktuellen hohen Niveau bleiben. "Die Konjunkturlage ist zurzeit stabil. Die vorsichtigen Erwartungen zeigen allerdings, dass der konjunkturelle Höhepunkt bald erreicht sein dürfte", erklärt Steinmetz. Das hängt auch mit den Exporterwartungen zusammen. "Seit Sommer 2017 haben sich die Exporte sehr positiv entwickelt", sagt Steinmetz. "Allerdings gehen die Unternehmen angesichts drohender und bestehender negativer wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen im internationalen Raum, wie zum Beispiel den avisierten Strafzöllen, den weiterhin wirkenden Sanktionen gegen Russland, dem beschlossenen Brexit und den jüngsten Entwicklungen beim Iran-Abkommen, nicht davon aus, dass sich ihre Exporte in den kommenden Monaten steigern."

20 Prozent der exportierenden Betriebe rechnen mit einem steigenden, 17 Prozent befürchten einen sinkenden Auslandsabsatz. Insbesondere die Industrie hat ihre Exporterwartungen im Vergleich zum Jahresbeginn nach unten korrigiert. "Es ist zunächst also eine Stagnation auf hohem Niveau zu erwarten", so der Hauptgeschäftsführer.

Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind weiter aufwärtsgerichtet, wenn auch etwas verhaltener als noch zu Jahresbeginn. Mehr als ein Viertel der Unternehmen möchte Mitarbeiter einstellen, nur zwölf Prozent der Unternehmen planen, die Beschäftigtenzahl zu reduzieren. "Die positiven Beschäftigungspläne ziehen sich durch alle Branchen", erklärt Steinmetz.

Zudem wollten die Industrie- und Handelskammern bei der Blitzumfrage von den Unternehmen wissen, in welchen Bereichen sie die größte Gefahr für eine gute konjunkturelle Entwicklung sehen. Die Befürchtungen der Unternehmen, dass sich In- oder Auslandsnachfrage eintrüben könnten, sind im Vergleich zu den vergangenen Umfragen merklich gestiegen. 44,9 Prozent sehen die Gefahr einer sinkenden Inlandsnachfrage, immerhin 36 Prozent der Industriebetriebe halten den Rückgang der Auslandsnachfrage für ein Szenario, das sich negativ auf die konjunkturelle Lage auswirken dürfte. "Zunehmend werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Konjunkturrisiko bewertet." Bedeutendstes Konjunkturrisiko sei aber weiterhin der Fachkräftemangel.

(RP)