Grundschulen in Meerbusch: Schüler wollen schönere Schulhöfe

Schulausschuss: Grundschüler wollen schönere Schulhöfe

Im Schulausschuss haben Schüler der Adam-Riese-Grundschule und der Martinus-Grundschule vorgestellt, was sie in den Pausen vermissen. Die außergewöhnliche Präsentation kam bei den Kommunalpolitikern gut an.

Man habe ja schon viele Experten im Ausschuss gehört, sagte Michael Bertholdt von der FDP. So ein überzeugender Vortrag sei aber selten. Das Lob richtete sich an die sechs Grundschüler Mila, Simon und Felix von der Martinus-Grundschule und Ecrin, Johanna und Laura von der Adam-Riese-Grundschule, die mit klarer Stimme und klaren Vorstellungen vorgetragen hatten, was sich auf ihren Schulhöfen verändern muss.

„Der Schulhof ist ein bisschen leer, wir möchten gerne zum Beispiel ein Baumhaus oder einen Fußballplatz“, wünschten sich die Adam-Riese Schüler. „Auch eine Schiffsschaukel mit einer normalen Schaukel daneben und mehr Wiese wäre schön.“ Schulleiter Marc Adams unterstützte das Anliegen seiner Schüler: „Die Kinder fühlen sich sehr wohl, sie haben aber sehr wohl Interesse, noch mehr aus ihrer Schule zu machen.“ Dafür hatten viele Schüler in einer Projektwoche ihre Vorstellungen auf Plakate gemalt und diese im Eingangsbereich der Adam-Riese-Schule ausgestellt. Durch zusätzliche Toranlagen soll außerdem der Schulhof vergrößert werden.

Auch die Schüler der Martinus-Schule trugen ihre Wünsche mit Schulleiterin Anne Weddeling-Wolf vor: „Wir finden, dass  zu viel Asphalt auf dem Schulhof ist und die Natur auch bei uns ein Zuhause haben soll, weil das ein schöner Lebensraum ist, auch für Tiere“, sagten die Schüler. „Wir wollen mehr Wiese, mehr Bäume und ein paar Büsche.“ Ein Stelzenbaumhaus könnten sie sich vorstellen, einen Kletterhügel und Sitz- und Pflanzbereiche. „Außerdem haben wir nur ein Klettergerüst, das ist natürlich immer brechend voll.“ Auch an Nachhaltigkeit hatten die Kinder gedacht: So wünschten sie sich mehr Geräte aus Holz, weniger aus Plastik, und durch die Umgestaltung solle auf keinen Fall ein Feuerkäfernest in einem der schon vorhandenen Büsche beschädigt werden. „Die Kinder wollen aber nicht nur fordern, sondern auch selbst etwas zur Umgestaltung beitragen“, sagte Weddeling-Wolff. In einer Projektwoche haben die Schüler dafür Selbstgebasteltes verkauft und 4000 Euro eingenommen.

Die Außenbereiche müssen umgestaltet werden, weil sich auch der Alltag der Grundschulkinder in den vergangenen Jahren gravierend verändert hat. So verbringen sie heute viel mehr Zeit in der Schule – bis zu neun Stunden pro Tag – auch durch den offenen Ganztag, der von Eltern immer mehr in Anspruch genommen wird. Damit die Schüler ausgeglichen und gesund bleiben, brauchen sie in dieser Zeit Gelegenheiten, sich zu bewegen, auszutoben, aber auch zu entspannen. Sie sollen viel Zeit an der frischen Luft und im Tageslicht verbringen, die Natur erforschen und Möglichkeiten für kreatives Spiel haben.

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Die Ausschussmitglieder stimmten daher einstimmig für die Verschönerung – zur Freude der kleinen Zuhörer auf den Besucherplätzen. Ausschussvorsitzende Renate Kox (CDU) erinnerte noch mal daran, dass so ein Projekt allerdings sukzessive durchgeführt würde, und Zeit brauche.

2015 hatte bereits die Eichendorff-Schule in Zusammenarbeit mit der Verwaltung begonnen, den Schulhof umzugestalten. Die Stadt unterstütze das Projekt mit 5000 Euro, der überwiegende Teil der Kosten wurde allerdings über die Mittel des Fördervereins gedeckt. 2017 wurde das Projekt „Traumschulhof“ an der Osterather Schule erfolgreich abgeschlossen. Sie ist damit auch Vorbild für die Martinus-Schule und die Adam-Riese-Schule. Bei beiden Schulen wird der Förderverein für Teile der Finanzierung sorgen, abhängig von der Spendenbereitschaft von Eltern und Sponsoren. Wie hoch die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt ausfallen wird, steht noch nicht fest. Sie wird aber im Haushalt 2019 berücksichtigt werden.

Für die Adam-Riese-Grundschule gab es direkt weitere gute Nachrichten, denn auch der Umbau von zwei Räumen, die bald gleichzeitig als Klassenräume und für den offenen Ganztag genutzt werden sollen, wurde beschlossen.