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Meerbusch: Grünes Licht für Ärztehaus

Meerbusch : Grünes Licht für Ärztehaus

Die Stadt hat für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden, früheren Pförtnerhäuschens der Westdeutschen Celluloidwerke in Lank-Latum und einen zweigeschossigen Anbau die Genehmigung erteilt.

Wohl kein Gebäude in Lank-Latum ist so umstritten wie das ehemalige Pförtnerhäuschen der Westdeutschen Celluloidwerke. Seit 14 Jahren vergammelt das erst 2009 in die Denkmalliste aufgenommene Gemäuer an der Rheinstraße zusehends.

Jetzt scheint der weitere Verfall ein Ende zu haben. "Die Stadt hat eine Baugenehmigung für ein Ärzte- und Apothekerhaus erteilt", berichtete Reinhard Lutum, Leiter der Bauordnungsbehörde, gestern auf RP-Anfrage. Vor gut zwei Wochen seien schon Sondagen ins Erdreich getrieben worden, um die Tiefe und den Zustand der Fundamente zu ermitteln und die Ergebnisse in die Berechnung der Baustatik einfließen zu lassen, informierte Lutum.

Das Pförtnerhäuschen müsse aufwendig saniert werden und solle nach Fertigstellung auf drei Ebenen Wartezimmer, Besprechungs- und Personalraum aufnehmen. Eine gläserne Fuge als Verbindung zum Neubau mit Flachdach, großen Fenstern und Putzfassade nehme das Treppenhaus auf.

Rückblick: Mitten im Ortskern standen Hallen und Verwaltungsgebäude der früheren Westdeutschen Celluloidwerke. Nachdem die Produktion eingestellt worden war, beabsichtigte der Landschaftsverband Rheinland, dort das erste Deutsche Kunststoffmuseum einzurichten. Der Maschinenpark für die Herstellung des Vorläuferstoffes Celluloid war noch komplett nach Originalzeichnungen des Patentinhabers vorhanden.

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Doch es kam anders. Ein Bauinvestor zahlte dem damaligen Meerbuscher Planungsdezernenten in den 90-er Jahren ein beträchtliches Schmiergeld und auf einmal rollten die Abrissbagger an. Aus war der Traum von Museum oder Künstlerviertel, wie es einige Visionäre aus Rat und Verwaltung als Nutzung vor Augen hatten.

Sowohl der Investor als auch der Planungsdezernent wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Der rechtskräftig verurteilte Firmenchef war lange Zeit der einzige Anwohner, der dem neuen Eigentümer des Pförtnerhäuschens seine Zustimmung zum Bau verwehrte. Die war nötig, weil die Pläne fürs Ärztehaus an einige Stellen einen zu geringen Abstand des Baukörpers zum Nachbargrundstück mit Parkplätzen vorsahen.

Das Problem hat der Stadtrat mit einer Änderung des Bebauungsplans beseitigt. Eine Bauverpflichtung gebe es zwar nicht, aber es werde jetzt ernst, meinte Lutum gestern hoffnungsvoll. Denn: "Die Gammelphase hat dem Ansehen der Denkmalpflege sehr geschadet", erklärte Fanz-Josef Radmacher, Heimatkreis Lank, schon vor Monaten. Frage des Tages

(RP)