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Meerbusch: Grüne wollen Bürgerwindpark

Meerbusch : Grüne wollen Bürgerwindpark

Als Reaktion auf den Windenergieerlass der Landsregierung haben die Meerbuscher Grünen einen Vorstoß für neue und höhere Windräder gestartet. Auch Bürger-Windkraftanlagen sollen geprüft werden. Streit ist programmiert.

Die Meerbuscher Grünen drücken beim Thema erneuerbare Energien aufs Tempo — und dürften damit auf einen Konflikt mit ihrem Kooperationspartner CDU zusteuern. Hintergrund ist ein neuer Windenergieerlass der Landesregierung, der die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Windkraft vereinfachen soll.

Die Grünen wollen nun Stadtverwaltung und Wirtschaftsbetriebe Meerbusch bewegen, möglichst schnell "die Möglichkeiten einer erhöhten Windenergienutzung auszuschöpfen". Konkret hieße das: neue und vor allem höhere Windräder. Auch eine Beteiligung von Bürgern an Windrädern, in Form eines Bürgerwindparks, will die Ökopartei prüfen lassen.

"Die pauschalen Abstände und Höhenbegrenzungen, die den Ausbau lange behindert haben, sind Schnee von gestern", sagt Meerbuschs Grünen-Chefin Ingrid Maas mit Blick auf den neuen NRW-Erlass. Höhere Windräder schafften "riesige Steigerungen der Energieausbeute". Ingrid Maas: "Meerbusch hat optimale Voraussetzungen, da wir — nach dem Windkataster — ein hohes Windenergiepotenzial haben."

Am Osterather Westring stehen seit Januar 2009 drei Windräder mit einer Nabenhöhe von 73 Metern und einer maximalen Rotorhöhe von knapp 100 Metern. Nach derzeitiger Beschlusslage dürfen dort nur noch zwei weitere Windräder mit maximaler Rotorhöhe von 115 Metern gebaut werden. Als ein Investor im vergangenen September versuchte, die Genehmigung zum Bau eines einzelnen 126-Meter-Windrads (Nabenhöhe: 85 Meter) zu bekommen, scheiterte das trotz Fürsprache von Grünen und FDP am Widerstand einer Mehrheit aus CDU, SPD und UWG. "Wir sind nicht gegen regenerative Energien", unterstrich damals CDU-Fraktionschef Werner Damblon. Aber der Bau immer höherer Anlagen in der Nähe von Wohngebieten sei aus CDU-Sicht nicht sinnvoll. Die SPD fürchtete, dass das hohe Windrad "die Harmonie des Gesamtbilds stören würde".

Der Trend geht derweil zu immer höheren Anlagen: Die Energieexperten der Landesregierung gehen davon aus, dass für einen "wirtschaftlichen Betrieb" heute Anlagen von 150 Metern Nabenhöhe nötig wären. Wegen der Nähe zum Flughafen müssten solche Anlagen in Meerbusch allerdings auch noch mit der Flugsicherheit abgesprochen werden.

Die Diskussion dürfte sich am Vorstoß der Grünen nun erneut entzünden: "Am Mollsfeld ist noch reichlich Platz für Windräder", sagt Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters und verweist auf einen Vorstoß aus der Nachbarstadt Willich, weitere Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen.

Über Bürgerwindparks wird derzeit in diversen NRW-Kommunen intensiv diskutiert. Bislang gibt es solche Anlagen vor allem an der Nordseeküste.

(RP/rl)