Grüne verunsichern Skaterpark-Projekt in Meerbusch

Skaterpark in Strümp : Mountainbiken statt Skaten?

Bereits seit 2015 kämpfen Jugendliche gemeinsam mit der Querkopf-Akademie für einen Skaterpark in Strümp. Die Grünen wollen nun genau dort eine Mountainbike-Anlage verwirklichen – statt des Skaterparks.

Ein Vorstoß der Grünen bringt erneut Unruhe in das seit Jahren umkämpfte Skaterpark-Projekt in Strümp. Auf der gleichen Anlage, auf der die Skateranlage gebaut werden sollte, am Stümper Buschend, wollen die Grünen nun eine Mountainbike-Anlage installieren. Die Fraktion hat einen Antrag vorgelegt, in dem sie eine städtische Anlage für Mountainbiker im Rahmen der Meerbuscher Sportstättenentwicklung fordert. Gleichzeitig nehmen die Grünen Abstand von der Skateranlage. Der Antrag soll im nächsten Ausschuss für Schule und Sport (Dienstag, 3. Dezember, 17 Uhr,  Dr. Franz-Schütz-Platz 1, Sitzungssaal) verhandelt werden.

Die Grünen begründen ihre Abkehr von der Skaterpark-Idee damit, dass sie derzeit nicht die gegebenen Voraussetzungen für das Projekt sehen. „Seit vier Jahren wird diskutiert, aber die Beteiligten schaffen es nicht, gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, begründet Fraktionsvorsitzender Jürgen Peters im Gespräch mit unserer Redaktion diese Entscheidung. „Wir haben jahrelang versucht, das zu pushen, aber wenn wenn man auf zu viel Widerstand stößt, muss man es auch mal ruhen lassen“, so der Grünen-Politiker. Als Konkurrenzprojekt zu der Skateranlage sieht er den Mountainbike-Vorstoß jedoch nicht.

Ulla Bundrock-Muhs, die mit ihrer Querkopf-Akademie Partizipation von Jugendlichen fördern will und seit Jahren auf den Skaterpark hinarbeitet, ist entsetzt über die Entwicklungen: „Ich bin fassungslos“, so die ehemalige Lehrerin. Sie verstehe nicht, warum es nun zwei konkurrierende Ideen der Jugendlichen geben soll, anstatt, dass sich beide zusammentun. „Ich sehe da gar keinen Widerspruch, weshalb ich die gesamte Aktion überhaupt nicht verstehen kann“, so die Leiterin der Querkopf-Akademie.

Für den Skaterpark hat die Initiative bisher 33.000 Euro von den insgesamt benötigten 400.000 Euro beisammen. An Unterstützern mangelt es dem Projekt nicht, viele Bürger haben sich für das Projekt ausgesprochen, so Bundrock-Muhs. Derzeit laufe ein Antrag für einen Baukostenzuschuss über 80.000 Euro bei der Aktion Mensch. Nach den Herbstferien sei zudem eine Crowdfunding-Kampagne über die Summe von 20.000 Euro geplant. Heißt: Das Geld wird über eine Internetplattform gesammelt. Auch der Golfclub Meerbusch wolle im Mai des nächsten Jahres ein Benefizturnier zugunsten des Skatepark veranstalten. Die Stadt hatte sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, einen Eigenanteil von 80.000 Euro zu dem Projekt dazu zu geben, sollte der Großteil der Summe durch Sponsoren abgedeckt werden. Diese 80.000 Euro verplanen die Grünen jetzt für die Mountainbike-Anlage.

„Wir sind der Annahme, dass der Skaterpark nicht in absehbarer Zeit realisierbar ist“, sagt Jürgen Peters, dazu gebe es zu unterschiedliche Auffassungen zwischen den Parteien.  Gleichzeitig sei der Bedarf für die Mountainbike-Anlage da. „Die Skateranlage kann wieder aufgegriffen werden, wenn klare Finanzierungsgrundlagen gesichert sind“, heißt es in dem Antrag.

Um das neue Vorhaben umzusetzen, sollen Jugendliche miteinbezogen werden. Dass diese über die Mountainbike-Anlage so erfreut sein werden, bezweifelt Ulla Bundrock-Muhs, stattdessen seien sie ebenfalls „entsetzt“ über den Antrag. „Leider hat niemand mit den Jugendlichen der Skatergruppe gesprochen, die darüber sehr irritiert sind und nun ihrerseits aktiv in die Kommunikation gehen werden.“

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