1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Grüne für Parkgebühren

Meerbusch : Grüne für Parkgebühren

Auch ein erneuter Vorstoß der Grünen/Bündnis 90 stößt auf wenig offene Ohren. Für Fraktionschef Jürgen Peters wären sie nicht nur geeignet, den Haushalt aufzubessern, sondern auch ein Steuerungselement.

Der erneute Vorstoß des Grünen Fraktionschefs Jürgen Peters, angesichts der angespannten Haushaltslage in Meerbusch Parkgebühren einzuführen, stößt nicht auf offene Ohren. Lediglich Ilse Niederdellmann, Fraktionsvorsitzende der SPD, räumte ein, darüber nachdenken zu wollen — zumindest für so große Parkplätze wie den Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich. "Überall werden Parkgebühren erhoben, warum nicht auch in Meerbusch?", fragt sie.

Doch genau an diesem "Alleinstellungsmerkmal" der noch jungen Stadt, will CDU-Fraktions- und Parteichef Werner Damblon festhalten. "Besonders in Büderich lockt die günstige Parkplatzsituation rund zehn Prozent mehr Käufer an", sagt er. Diese kommen aus Lörrick, Ober- und Niederkassel, ergänzt Werner Jung, Vorsitzender der Werbe- und Interessengemeinschaft Büderich. "Parkgebühren wären tödlich", findet er. Doch er sieht die Situation nicht starr.

"Man könnte doch die Parkplätze am Rand des Schütz-Platzes zumindest für Dauerparker gebührenpflichtig machen", schlägt er vor. Denn häufig würden dort Pkw aus Viersen oder Krefeld über längere Zeit stehen. "Die nehmen den Bus zum Flughafen, und nutzen die günstige Parkgelegenheit", sagt er. Doch mit seiner Idee ist er bereits an der Politik gescheitert.

Heike Reiß, Wirtschaftsförderin der Stadt, hat diesen "weichen Standortfaktor" ebenfalls auf der Agenda. "Ich bin froh, dass es hier keine Parkgebühren gibt", kommentiert sie. Seit etwa einem Monat wirbt sie mit einem gelben Städteschild auf der Homepage: "Meerbusch — Stadt ohne Parkgebühren". "Das kommt dem Einzelhandel zugute", ist sie sicher.

Auch Gesine Wellhausen, Fraktions-Chefin der FDP, will an dem Thema lieber nicht rütteln. "Wir stehen in Konkurrenz zu den umliegenden Großstädten", sagt sie. Deshalb soll man die Besonderheit lassen, damit die Kaufkraft in Meerbusch bleibt.

Für Jürgen Peters hätten Parkgebühren nicht nur den Effekt, dass Geld in die Kasse der Stadt kommen würde. "Wir sehen das auch unter dem Steuerungsgesichtspunkt", sagt er. Denn die meisten Bewohner in den jeweiligen Stadtteilen könnten viele Besorgungen durchaus auch fußläufig erledigen. "Ich fahre nicht mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke", sagt Peters. Viele würden dies tun. Ob das auch noch der Fall wäre, wenn Parkgebühren fällig werden, stellt er in Frage.

Darüber hinaus hat er die Kosten, die durch Anlage, Pflege und Wartung eines Parkplatzes entstehen, im Visier. Das müsse aus seiner Sicht nicht nur von der Kommune finanziert werden. "Wir haben vor etwa drei Jahren einmal durchrechnen lassen, ob sich die Einführung von Parkgebühren lohnen würde", berichtet er. "Selbst bei einem bescheidenen Betrag bleibt für die Haushaltskasse etwas übrig."

(RP/rl)