Meerbusch Grüne erwägen zentrale Verwaltung

Meerbusch · Immobilienkonzept: Die Partei fordert die Verwaltung auf, die Kosten für den Bau eines zentralen Verwaltungsgebäudes zu beziffern. Ein nicht-öffentlicher Arbeitskreis befasst sich nun mit der Zukunft der städtischen Gebäude.

 Der Dienstsitz der Bürgermeisterin ist das alte Büdericher Rathaus. Weitere Teile der Verwaltung befinden sich in Osterath und Lank.

Der Dienstsitz der Bürgermeisterin ist das alte Büdericher Rathaus. Weitere Teile der Verwaltung befinden sich in Osterath und Lank.

Foto: Ulli Dackweiler

Wie geht die Stadt Meerbusch angesichts geänderter Nutzungsbedarfe mit ihrem Gebäudebestand um? Dazu hatte Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses einen Konzeptentwurf präsentiert. Dessen wesentliche Kernpunkte: Die Verwaltung strebt an, auf angemietete Gebäude zu verzichten. So ließen sich jährlich rund 147 000 Euro sparen. Das Verwaltungsgebäude am Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich soll für den Offenen Ganztag von Mauritius- und Brüder-Grimm-Schule genutzt werden.

Die nicht mehr benötigten Gelände von Barbara-Gerretz-Schule und der Kita Knirpsmühle werden verkauft, ebenso diverse Hausmeistergebäude. Es bleibt bei einer dezentralen Verwaltungsstruktur, in der künftig auch Räumlichkeiten im ehemaligen Rathaus Osterath genutzt werden sollen.

Den Grünen reichte dieser Entwurf nicht aus. "Das Konzept sieht ein Sechs-Millionen-Euro-Invest für eine zersplittete Lösung vor", erklärte Jürgen Peters, Fraktionsvorsitzender der Grünen. "Die Verwaltung sollte eine zentrale Verwaltungseinheit gegenrechnen. So könnte die Effektivität in der Stadtverwaltung gesteigert werden."

Bürgermeisterin Mielke-Westerlage reagierte reserviert. "Wir haben ganze Aktenschränke mit entsprechenden Planungen voll." Mehrfach hatte die Stadt eine zentrale Verwaltungseinheit geplant, zweimal auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz, einmal im Zuge der "Neuen Mitte" in Strümp. Mal scheiterten die Planungen an mangelndem Geld, mal an Widerstand aus der Bürgerschaft, mal an einem veränderten politischen Willen nach einer Wahl.

"Ich will nicht riskieren, dass wir nach der nächsten Kommunalwahl wieder von vorne anfangen müssen", sagte die Bürgermeisterin. Auch die CDU zeigte sich nicht in Gänze von den Vorstellungen der Bürgermeisterin überzeugt. "Städtische Immobilien kosten Geld - und man legt sich damit fest", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Damblon. "Manchmal kann Gemietetes günstiger sein." Die Situation mit einer dezentralen Verwaltung in Meerbusch sei "nicht ideal". Es sei schwierig, wenn zentrale Bereiche, die der Bürgermeisterin zuarbeiten, räumlich getrennt sind, so Damblon.

Die Grünen beantragten einen Arbeitskreis, der sich näher mit der Zukunft der städtischen Immobilien beschäftigen soll. Er soll nicht-öffentlich tagen, das erste Mal am 13. März. Spätestens Mitte des Jahres wollen die Politiker eine Lösung verabschieden, die alle städtischen Immobilien umfasst. Ratsherr Franz-Josef Radmacher (CDU) regte an, auch das Stadtarchiv ins Immobilienkonzept mit aufzunehmen. Zurzeit ist das Stadtarchiv beengt in der Adam-Riese-Grundschule untergebracht.

Radmacher: "Da muss eine andere Lösung her. Kleine Klitschen wie in Meerbusch sind nicht zukunftsfähig. Die Stadt sollte gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss eine Lösung finden, so dass das Stadtarchiv hier am Ort unter der Regie des Kreises eingerichtet werden kann."

Radmacher stimmte als einziges Ausschussmitglied gegen die Einberufung eines nicht-öffentlich tagenden Arbeitskreises.

(RP)
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