Meerbusch: Golfer wollen Darlehen zurück

Meerbusch : Golfer wollen Darlehen zurück

Etwa 14 Mitglieder verlassen den Meerbuscher Golfclub und werden vermutlich auf Herausgabe ihres Darlehens klagen, fürchtet Geschäftsführer Bernhard Lindenbuß. Das Geld ist jedoch bis 2024 gebunden.

Auf den Meerbuscher Golfclub könnten schwierige Zeiten zukommen. 14 Mitglieder haben ihre Vereinszugehörigkeit gekündigt und fordern das beim Eintritt gezahlte Darlehen zurück.

Doch das scheint so einfach nicht zu sein. "Wer dem Club bis Ende 2004 beigetreten ist, hat anstelle einer Aufnahmegebühr ein Darlehen gezahlt", erläutert Clubmanager Bernhard Lindenbuß. Vertraglich sei geregelt worden, dass dieses Darlehen erst nach Beendigung des Pachtvertrages — im Jahr 2024 — zurückgezahlt werden könne. "Das haben alle unterschrieben", so Lindenbuß.

Hintergrund: Wie bei anderen Golfclubs auch stand hinter der Vereinsgründung eine Privatinitiative. Mehrere Gesellschafter initiierten eine GmbH, pachteten ein Grundstück und zahlten als Investoren in die GmbH ein.

Mitglieder der ersten Jahre wurden ebenfalls verpflichtet, bei der Aufnahme ein Darlehen zu zahlen. "In der Regel hat ein neues Mitglied zwischen 10 000 und 15 000 Euro gezahlt", berichtet Lindenbuß. Wenn jetzt zehn Mitglieder ausbezahlt würden, fehle eine Summe von etwa 150 000 Euro. "Dafür müssen heute 30 bis 40 neuen Mitglieder eintreten", so der Geschäftsführer.

"Uns ist bekannt, dass einige Mitglieder jetzt auf Auszahlung des Darlehens klagen wollen", sagt Lindenbuß. Zurzeit sei das Präsidium, an dessen Spitze Horst-Rainer Wieland steht, dabei, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Dilemma gelöst werden könne.

Denn wie in vielen anderen Clubs in der Region, muss auch der Vorstand der Meerbuscher Golffans umdenken. "Immer weniger Menschen wollen sich langfristig binden", so Lindenbuß. Darüber hinaus biete der Golfverband Sportlern die Möglichkeit, auf mehreren Anlagen zu spielen, so dass langfristige Verträge mit einem Club nicht mehr abgeschlossen werden müssen.

"Seit 2005 nehmen auch wir nur noch eine Aufnahmegebühr", erläutert Lindenbuß weiter. Diese sei deutlich geringer, als die Darlehen, die anfangs gezahlt wurden.

Etwa acht Millionen Euro hat die GmbH als Betreibergesellschaft investiert, um die Anlage zu errichten. "Einen Teil des Geldes haben Gesellschafter und Mitglieder beigesteuert", so Lindenbuß. Der zusätzlich aufgenommene Kredit sei zum größten Teil abgezahlt. "Wir sind nicht pleite", bekräftigt der Geschäftsführer.

Dennoch benötigt der Verein pro Jahr rund 1,25 Millionen Euro, um die Anlage in Schuss zu halten. Glücklicherweise, so Lindenbuß, denke ein Großteil der Darlehensgeber (360 von gut 800 Mitgliedern) nicht darüber nach, das Geld aktuell zurückzufordern.

(RP)
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