Meerbusch: Golfer sollen verzichten

Meerbusch : Golfer sollen verzichten

Auf einen Teil des zur Gründung gezahlten Darlehens sollen die Mitglieder des Meerbuscher Golfclubs verzichten, um eine Insolvenz abzuwenden, schlägt Rechtsanwalt und Gesellschafter Ferdinand Hermanns vor.

Der Rechtsanwalt Ferdinand Hermanns spricht Klartext. Er gehört zum Dreier-Ausschuss der Gesellschafter der Golfpark Meerbusch GmbH. Seine Idee zur Rettung des Clubs, wo zurzeit ein hochkarätiges Turnier gespielt wird: Die Mitglieder, die in die Gesellschaft einbezahlt haben und jetzt ihre Einlage zurückfordern, verzichten auf einen Teil des Geldes, damit der Golf-club nicht in die Insolvenz gerät. "Dann wäre zwar auch unser Geld zu einem Teil weg", so der Gesellschafter, der damit aber kein Problem hätte. Den Verzicht hält er für eine gute Lösung. "Gegen eine insolvente Gesellschaft zu klagen, macht keinen Sinn", so Hermanns an die Adresse der Klagewilligen. Denn eine Insolvenz mache den Golfclub zu einem guten Angebot für eine potenziellen Investor, "zumal das operative Geschäft gut läuft und die GmbH Gewinn macht", so Hermanns.

Soweit wollen es die Gesellschafter offenbar nicht kommen lassen, obwohl dies von einzelnen Mitgliedern bezweifelt wird. Der Düsseldorfer Insolvenzberater Kebekus ist bereits eingeschaltet, sagt Hermanns, und habe sich bereit erklärt, nach Möglichkeiten zu suchen, eine Insolvenz abzuwenden.

Wie berichtet, hatte der Vorstand die Forderungen der Mitglieder auf Rückzahlung abgelehnt und sich dabei auf den Vertrag bezogen, wonach das Geld erst mit Ablauf der Pacht (2024) zurückgezahlt werden muss. Im September wird jetzt der erste Prozess erwartet.

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In Golfkreisen gilt der Meerbuscher Club als stabil. "Doch selbst Clubs, die wirtschaftlich gut gearbeitet haben, kommen in eine Schieflage, wenn Mitglieder austreten und ihr Geld zurückfordern", berichtet Josef Neff, der die Düsseldorfer Golfwoche organisiert und sich in der Szene auskennt.

Insgesamt 4,3 Millionen Euro haben die Mitglieder in Meerbusch aufgebracht. Diese stecken in der Anlage an der Badendonker Straße. Eine Auszahlung gestaltet sich schwierig. — Gerhard Lindenbuß, Geschäftsführer des Vereins, wollte gestern keine Stellungnahme zur Nachfolge von Präsident Horst-Rainer Wieland abgeben.

(RP)
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