Meerbusch: Glaube hilft auch gegen Nervosität

Meerbusch : Glaube hilft auch gegen Nervosität

Am Donnerstag werden in der katholischen Kirche St. Mauritius in Büderich 56 Jungen und Mädchen gefirmt. Weihbischof Manfred Melzer wird die Jugendlichen segnen und die Paten legen symbolisch die Hand auf die Schulter des Firmlings.

In der Kirche wird gekichert und gequatscht. Hier knufft das eine Mädchen ihrer Freundin in den Arm, dort tuscheln Jungs über das Outfit der holden Weiblichkeit. Die Aufregung ist zu spüren, aber sie hält sich in Grenzen — noch. Das wird sich ändern.

Am Donnerstag, 19. Januar, um 18 Uhr ist der große Tag. Firmung ist dann angesagt. 56 Firmlinge zählt die Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist in diesem Jahr. Rund ein Dreivierteljahr haben sich die jungen Christen auf ihre Firmung vorbereitet. Häufige Unterrichtstunden und sogar eine Woche Firmexerzitien in Altenberg haben die Jugendlichen hinter sich. Tage und Stunden, in denen sie mehr über ihren Glauben und das christliche Leben erfahren haben.

Bei der Probe sind alle locker

Bei der Generalprobe des Firmgottesdienstes geht es noch locker zu. "Stimmt es, dass wir für Freitag eine Entschuldigung für die Schule bekommen", fragen drei Mädchen. "Ja, ihr müsst euch im Pfarrbüro melden", sagt Gemeindereferentin Ingrid Mielke. Die drei Fragestellerinnen gehen weg und die Neuigkeit macht langsam von Kirchenbankreihe über Kirchenbankreihe die Runde. Doch nicht lange und der Probedurchlauf kann losgehen.

"Heute hält sich die Nervosität noch in Grenzen", sagt Lukas Lasnik (15). Der Schüler der Klasse 10b der Maria-Montessori-Schule in Büderich ist sich sicher, dass er auch beim Festgottesdienst ruhig bleiben wird. Der Glaube gibt ihm Kraft. "Ich lasse mich firmen, weil ich Christ und gläubig bin", sagt Lukas Lasnik. Seit 2005 ist der Büdericher Messdiener und die Firmung stellt für ihn einen Höhepunkt dar.

Für den Festgottesdienst mussten alle Firmlinge einen Firmpaten wählen. "Der Pate legt bei der Segnung durch Weihbischof Manfred Melzer symbolisch die Hand auf die Schulter des Firmlings", erklärt Mielke. Der Pate von Lukas Lasnik wird sein Onkel Klaus Hoven sein. "Das ist männlicher", sagt Lukas, für den noch die Patentante zur Wahl stand. Bei Annabelle Walter wird es hingegen die Patentante sein.

Geschenke sind nebensächlich

"Als Christ gehört die Firmung dazu", sagt Annabelle. Die Firmung ist nach Pater Adalbert Dabrowski die "dritte Stufe im Glauben". Sie symbolisiere, dass die jungen Menschen nun "erwachsen im Glauben sind". Zudem seien die Firmlinge aufgerufen, Gottes Botschaft zu leben und den Menschen ein Zeugnis zu liefern. Um die Geschenke gehe es den Jugendlichen nicht. Das wäre nebensächlich, erklären Annabelle Walter und Lukas Lasnik. Da ein Christ immer die Wahrheit sagen soll, wird Lukas ein wenig nervös. "Ein wenig denkt man aber immer an die Geschenke", sagt Lukas.

(RP)